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später Schlaggenwald. Die Ortsbezeichnung Schlaggenwald entstand später als amtliche Bezeichnung.
Als Beweis der Bezeichnung der Stadt, kann auch die Anschrift auf dem Stein des gewesenen Galgens dienen. Die Aufschrift ist in Übersetzung etwa folgende: Schlaggenwald, die Freie, Kaiserliche Stadt, hat den Namen von Slavek, ist durch Ehre und Gerechtigkeit verschönert, wofür Gott zu danken ist.
Kaspar Bruschius, Dichter und Historiker, geboren um das Jahr 1543 in Schlaggenwald, hat in seiner Chronik geschrieben: Die berühmte Stadt hat den Namen vom Tschechen Slavek von den Wäldern, der aus dem Přemyslidengeschlecht stammte.
Wann Schlaggenwald gegründet wurde, läßt sich heute schwer genau bestimmen. Der älteste Bau der Stadt, die Kirche des Hl. Georg datiert schon aus d. J. 1242 und dies ist lt. dem Pfarrbuch bereits der Bericht über deren Existenz. Damals wurden Kirchen schon in Siedlungen gegründet, so daß der Bericht über deren Gründung schon viel älteren Datums sein muß. Vorerst war die Kirche im gotischen Stil und während der Jahrhunderte wurde sie erweitert und hat viele verschiedene Ausgestaltungen durchgemacht. In ihrer heutigen Gestalt ist sie uns aus den Jahren 1520 — 1525 erhalten geblieben, wo sie gänzlich auf Kosten des Jan Pflug von Rabenstein und den reichen Schlaggenwalder Bürgern umgebaut wurde.
Bereits im 13. Jahrhundert beginnt hier der Bergmanns-Hochbetrieb und das tschechische Zinn hat für seine vorzügliche Qualität einen großen Absatz. Höchstwahrscheinlich deshalb wurde Schlaggenwald i. J. 1300 zur Stadt erhoben.
Im Jahre 1407 erhielt Schlaggenwald einen neuen Eigentümer. Es war Albert von Hazmburg, der zum neuen Besitzer der Petschauer-Herrschaft wurde. Er hatte kein Interesse fürs Fördern und deshalb verkaufte er i. J. 1411 diese Herrschaft Heinrich von Plauen. Es war dies ein deutsches Geschlecht, das ein Erzfeind der Hussiten war. Die Herren von Plauen gaben die Verwaltung der Stadt ganz in die Hände der Deutschen. Es beginnt ein Zuströmen von Umsiedlern aus den übervölkerten, wirtschaftlich und technisch fortschrittlicheren deutschen Gebieten, hauptsächlich bayerischen und sächsischen.
Das steinerne Wappen am Galgen.
Das Wappen von Schlaggenwald.
Oben ein Todesengel, der sich auf einen Sockel stützt,
an dem eine umschüttbare Uhr ist und auf die Aufschrift zeigt;
die in Übersetzung lautet:
Heute mir, morgen Dir!
Dieses Wappen ist im Museum in Elbogen aufbewahrt.
Der beginnende Bergbau-Aufschwung und die Unerfahrenheit der Tschechen in Bergbauarbeiten geben den deutschen Einwanderern volle Möglichkeit die Stadt zu beherrschen. Die Herren von Plauen hatten mit dem Fördern keinen großen Erfolg und darum verkauften sie i. J. 1594 die ganze Petschauer Herrschaft den Pflugs von Rabenstein.
Die Pflugs von Rabenstein waren ein germanisiertes tschechisches Geschlecht, das in seinem Wappen einen Pflug führte. Hans Pflug war zu dieser Zeit einer der reichsten böhmischen Herren. Während die Gruben zur Herrschaft der Herren von Plauen verfielen, bedeutet die Pflug-Area den Beginn der bedeutendsten Zeit für den hiesigen Bergbau der Stadt.
Dem Zufluß der neuen Bevölkerung mußten auch die Stadtmauern weichen und man begann in dem damals modernen Nürnberger-Stil zu bauen. Im unteren Teil der Stadt wurde ein neuer Marktplatz gegründet mit der Kirche der Hl. Anna und einem Krankenhaus für kranke Bergleute. Mit dem Ausbau des Marktplatzes im unteren Teil, wurde die erste Wasserleitung errichtet. Das Wasser wurde durch hölzerne Rohre aus den Orten des heutigen Chezy zugeleitet. Zu dieser Zeit gab es nicht viele Städte, die sich dieser Errungenschaft rühmen konnten. Der Marktplatz und die Straße waren gepflastert, erbaut ein stattliches Rathaus, welche bis zum heutigen Tage diesem Zwecke dient, es werden herrliche Herren- und Bürgerhäuser gebaut, die Kirche des Hl. Georg wird erweitert, neue Gruben werden gebaut, Maschinen und Einrichtungen und damit wächst auch das Selbstbewußtsein der Bürger und das Klassenbewußtsein der Bergleute. Zugleich aber wächst auch die Ausbeutung der ärmeren Schichten der Bevölkerung und der Klassenkampf verschärft sich.
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