Dank an die Schlaggenwalder
Aus dem „Kahler Gemeindeblatt":
Im Laufe des Monats Oktober erhielt Bürgermeister Will den Heimatbrief der alten, einst kaiserlichen freien Bergstadt Schlaggenwald und Umgebung. Dieser Heimatbrief wird herausgegeben von dem Kahler Bürger, Herrn Brummeissl.
Bekanntlich hatten die Schlaggenwalder in Kahl ihr Treffen am 8. 7. 1978. Die Gemeinde Kahl bedankt sich sehr für die anerkennenden Worte und auch für die im Heimatbrief veröffentlichten Fotos.
Die Redaktion veröffentlicht an dieser Stelle den Brief an Bürgermeister Will.
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister Will!
Ich erlaube mir Ihnen den Schlaggenwalder Heimatbrief zu übergeben. Bitte nehmen Sie nochmals den herzlichsten Dank meiner Landsleute für Ihre Teilnahme an unserem Treffen entgegen. Noch immer bekomme ich Zuschriften aus denen herausklingt, wie gerne sie in Kahl gewesen sind. Besonders wird die Gastfreundschaft der Beherbergung hervorgehoben. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß wir wiederum eine derartige Veranstaltung abhalten werden.
Mit den besten Grüßen an Sie und Ihre werte Gattin
gez. Richard Brummeissl"
Beim Wintervergnügen in der Heimat
Nach unseren Schulstunden und den Hausaufgaben, blieb uns machmal nur wenig Zeit zum Herumtollen im Schnee. Aber dann nützten wir das Wintervergnügen richtig aus. Die Neidhartwiesen waren halt für uns ein ideales Gelände zum Rodeln, Ski- und Schlittschuhfahren. Weil diese Bahnen auch nicht zu lange waren, konnte man reichlich oft herunterfahren. Hin und wieder wurden einige Schlitten zusammengehängt und dann gings mit Hobgeschreie die Trift herunter. Wir hatten einen großen Schlitten. Vollbesetzt mit vier Mann hoch fuhren wir mal mit Karacho die Trift herunter, von ganz oben auf der Höhe angefangen. Ich saß vorne und lenkte, da plötzlich, in letzter Minute, sah ich die Traisiner (Motorzug) von links hinter den Hügel herankommen. Ich schrie nur noch: „Bremst doch, der Zug kommt!" Gerade rechtzeitig vor dem Zug konnte ich den Schlitten rechts gegen die Böschung steuern. Das war haarscharf vor dem Unglück bewahrt. Wir kamen zwar mit dem Schrecken davon, aber unsere größte Sorge war, ob die Schuhe dabei heilgeblieben waren.
In unserer Jugendzeit hatten wir dann auch noch sehr schöne Schlittenpartien gemacht. Entweder auf der Gfeller Straße oder wir sind abends nach Schönfeld gezogen. Wir hatten dann mehrere Schlitten zusammengehängt, um die schönste und längste Schlittenfahrt bis hinein nach Schlaggenwald zu erleben.
War ein schöner, frischer Neuschnee gefallen, so legten wir uns einfach hinein und mit den Armen wurde ein Adler geschlagen. Jeder wollte doch den schönsten Adler können. Oder wenn Pappschnee war, dann bauten die Buben große Schneehütten, und wir Mädchen holten den Schnee heran. Auch Schneemänner in allen Größen wurden gerollt und aufgestellt. Das war halt unser Wintervergnügen.
Wenn's Winterszeit ist und hierzulande mal die Schneeflocken langsam fallen, dann kommen sie halt wieder die Gedanken an die schönen Wintertage zu Hause in Schlaggenwald.
So denket dran, wie es war zu Haus,
im Winter mit den Schlitten raus,
die Skier oder Schlittschuh an,
hinaus auf eine Rodelbahn.
Mit Hob und Juchhe gings hinein in den Schnee,
denn nichts war gesünder als in der Heimat ein richtiger Winter.
ANNI ZIMOWSKI, geb. Wawersich
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
