Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 154
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Pověst o „Hansi Heilingovi"

Die Sage von „Hans Heiling"

[obr] Die den „Hans Heiling" verwünschende Nixe

In Böhmens romantisch-schönem Gefilde
Bei Karlsbad, am Egerstrand,
Da stehen gar mächtige Steingebilde,
„Hans Heiling-Felsen" sind sie genannt.

Der Nachwelt überliefert die Sage:

Hans Heiling, ein Hirte jung und brav,
Fiel einst an heissem Sommertage,
Am Ufer sitzend, in tiefen Schlaf;
Und als er erwachte aus seinem Schlummer,
Da wollte er seinen Augen nicht trau'n
Und wollte vergehen in Schmerz und Kummer,
So schrecklich war das Gescheh'ne zu schau'n:
Die Eger, die vordem so ruhig geflossen,
Sie brauste geschwollen mit Tosen dahin,
Und jenseits des Stromes, ihm abgeschlossen,
Sah seine geliebte Herde er zieh'n!
Verzweifelnd suchte er Rettung und Hilfe;
Da drang eine Stimme an sein Ohr
Und hart am Ufer, aus grünlichem Schilfe,
Taucht' plötzlich des Flusses Nymphe empor.
Ein Mädchen war's in der Jugend Prangen,
Das Antlitz so schön, so wunderbar,
Der Körper so schneeig, so rot die Wangen,
Und rabenschwarz das prächtige Haar.
„Ich liebe dich heiss, du blühender Knabe",
So sprach die wunderherrliche Maid,
„Und was ich besitze, was ich habe
Sei dein, sei dir mit Freuden geweiht.
Juwelen, Geschmeide will ich dir geben,
Dem reichsten Fürsten stell ich dich gleich,
Sollst führen ein herrliches, köstliches Leben,
An Lust, an Freuden und Wonnen so reich.
Doch musst du zuvor mein Flehen erhören
Und musst mich lieben so wie ich dich,
Und musst mir ewige Treue schwören
Mit heiligem Schwure feierlich!

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