Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 154
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 11
Podzim a zima v Horním Slavkově, jak jsme je prožívali jako děti

Der Herbst und Winter in Schlaggenwald

So wie es früher daheim zuging, als wir noch Kinder waren.

Ein ganzes Jahr, das wurde uns zu einer Ewigkeit. Jedem Fest einer Jahreszeit schauten wir schon voller Sehnsucht entgegen. Ob Ostern, Pfingsten, ein Sommerfest, Kirchweih oder Weihnachten, wir konnten es kaum erwarten, bis es wieder soweit war. Überhaupt hatten alle Jahreszeiten für uns Kinder ihre besonderen Reize, schon wegen der Geschenke, die es da jeweils gab. So erzähle ich heute der Zeit entsprechend etwas über den Herbst und die Winterszeit.

Zu unserer Kinderzeit mußten wir oft schon ganz schön bei der Arbeit auf dem Felde und zu Hause mit anpacken. Wir taten es auch gerne, weil es dabei oft was besonderes zu erleben gab. So im Oktober bei der Kartoffelernte, wenn wir unser Kartoffelfeuer machen durften, das war romantisch. Da wurde durch das Feuer gerannt oder darüber gesprungen — wer den Mut dazu hatte. Dann warfen wir unsere Kartoffel rein. Manchmal war es auch schon etwas kühl dabei, so daß wir uns gerne am Feuer wärmten. Zum Schluß suchten wir unsere Kartoffeln heraus und verzehrten diese mit großem Behagen, trotz Asche und schwarzer Hände. Sie schmeckten uns besser als alles andere.

Zu Hause mußten wir nochmals beim Abladen helfen, dann die Kartoffeln vielmehr Erdäpfel am Hudlwoagen immer fest mit den Füßen nachschieben, damit sie durchs Loch in den Keller rollten. Mittlerweile war es dunkel und die Nacht brach herein, da schliefen wir dann wie „derschlagen" — so sagte man doch.

Ganz schnell kam dann Allerheiligen und wiederum gabs für uns Kinder eine Beschäftigung. Wir suchten die schönsten Herbstlaubzweige, sowie Fichten- und Glitscherzweige, woraus Kränze oder sonstiger Gräberschmuck angefertigt wurde. Oftmals hatten wir an Allerheiligen schon etwas Schnee. Gegen abends gingen wir dann gerne auf den Friedhof, weil es halt für uns Kinder schön war in die flackernden Lichter zu schauen. Heute wissen wir freilich, daß dieser Gang zu den Gräbern, vor allem zu Allerseelen, für unsere Eltern einen tieferen Sinn hatte.

An den langen Winterabenden wurde allerlei gebastelt. Wir hatten ja schließlich Kastanien und Eicheln gesammelt, woraus Männlein und Pilze gefertigt wurden, die wir voller Stolz zwischen den Doppelfenstern zur Schau stellten. Die Tage vergingen schnell, man ging ein bisserl zum Nachbarn „Hutschen", es wurde auf der Ofenbank erzählt, da war es so heimelig warm. Öfter's spielten wir Karten, Halma oder Mensch ärgere Dich nicht. War das nicht viel romantischer und wohliger dieses Beisammensein in den warmen Stuben? Wo ist sie geblieben, diese gute alte Zeit?

Bald war es wieder soweit, es kam der liebe Nikolaus. An jenem Abend traute sich kaum einer auf die Gasse, denn wer einem „Zemberer" begegnete, der mußte damit rechnen, daß

[obr] Das „Steiger-Häusl" auf der Hub mit Familie

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 11 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.