Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 151
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Dopis vydavatele: poděkování, sbírka na pomník v Auerbachu a vzpomínky na fašank a Velikonoce

Liebe Landsleute!

Ich bedanke mich bei allen, die mir Weihnachtsgrüße und gute Wünsche übermittelt haben. Sie waren so zahlreich und darum ist es mir nicht möglich, diese jedem persönlich zu erwidern. Ich bitte meinen Dank dafür auf diesem Wege entgegennehmen zu wollen. Die guten Wünsche habe ich wegen meiner angeschlagenen Gesundheit sehr nötig. Daß der HB zu Weihnachten an alle Leser geschickt werden konnte, war das Verdienst meiner Frau und der bei uns wohnenden 81 Jahre alten Tante. Ich selbst lag schwer erkrankt darnieder.

Viele freundliche Zuschriften erhalte ich, die alle ausdrücken, wie zufrieden man mit meiner Tätigkeit ist. Aber auch so manches Schreiben kommt an, in dem ungerechtfertigte Maßregelungen enthalten sind. Nun, man weiß ja bei dieser Sache, daß es immer welche gibt, denen man es nicht recht machen kann. Aber es zehrt doch an den Nerven. So war ich nahe daran den Heimatbrief abzugeben, d. h. ich wollte keinen mehr herausbringen. Aber wie schon gesagt, die mir gutgesinnten Landsleute, die mir immer wieder ihre Dankbarkeit versichern, weil ich für sie den Heimatbrief erstelle, will ich nicht enttäuschen. Auf meine wiederholten Anfragen, ob nicht ein anderer den HB übernehmen wolle, fand ich keine Resonanz. Ich hoffe nur, mein Gesundheitszustand möge es mir möglich machen, weiterhin den Heimatbrief bearbeiten zu können.

Für die Unkosten, die die Erneuerung der Gedenkstätte in Auerbach erfordert, brauchen in Zukunft keine Spenden mehr aufgebracht werden. Bei mir ging ein Spendenbetrag von 695,50 DM ein. Diesen Betrag werde ich an Toni Kunzmann in Auerbach überweisen. Toni Kunzmann werde ich bereits den Betrag von DM 1.590,— durch eine Sammlung in Auerbach selbst aufgebracht.

Gespendet haben der Herr 1. Bürgermeister Kreuzer der Stadt Auerbach 500,— DM, der Herr Landrat des Kreises DM 200,— und die Sparkasse in Auerbach DM 100,—.

Den Rest haben die Landsleute und die Bürger der Stadt Auerbach aufgebracht. Nun wird dieser Gedenkstein eine sehr lange Zeit und viele Generationen daran erinnern, daß man Millionen von Menschen ihrer Wohnstätten beraubt und daß durch großes Verständnis mitfühlender Bürger dieses Landes sie wieder eine Heimstätte gefunden haben. Toni Kunzmann gebührt unser aller Dank, weil er sich aufopfernd für unsere Belange stets eingesetzt hat. Auch den großzügigen Spendern wollen wir alle ein herzliches „Dankeschön" sagen. Alle, die wir Auerbach — unsere Patenstadt — kennen, werden immer eine schöne Erinnerung empfinden und dieser Stadt die heimatlichen Gefühle entgegenbringen, die wir auch noch der alten — dem einstigen Schlaggenwald — bewahrt haben.

Kurz war in diesem Jahr die Faschingszeit. Welche Schlaggenwalder, die diese tolle Zeit erlebt haben, denken nicht in dieser Zeit an daheim. Welch ein heimliches Treiben gab es da im Städtchen? Es wurde an den Faschingskleidern genäht, gebügelt und geborgt. Das alles in heimlichem Tun, denn nicht einmal die Ehegatten sollten wissen, unter welcher Maske die oder auch der Angetraute sich dahinter verbarg. Ja, oft erkannten sich beide nicht beim Zusammentreffen in einem der Gasthäuser. Welches gespannte Raten stand in den Geschichtern der Maschkererschauer in den Wirtsstuben. An vier Tagen in der Woche liefen wir als Maschkerer verkleidet am Abend von Wirtshaus zu Wirtshaus und es gab deren sehr viele in unserem Städtchen. Sie wurden schon einmal in einem Heimatbrief aufgezählt. Wer könnte dieses Erlebte jemals vergessen. Die alten „Schlommeln" haben ja manchen jungen Mädchen den Reiz genommen, aber dafür war es eine Maske, die sehr schwer erraten werden konnte, wer sich darunter verbarg. Diese Maske war sehr begehrt und mancher junge Herr ist in sie hineingeschlüpft und hat dadurch manchen älteren Herrn in Verlegenheit gebracht. Nun ist dieser Brauch dahin. Jetzt erschallt kein KRR-KRR mehr in den Gassen unserer Heimatstadt, weil es schon gar keine mehr gibt. Die neuen Bewohner haben diesen Brauch nicht ererbt. Aber es bleibt die Frage im Raum „War unser Treiben, das eine natürliche Fröhlichkeit auslöste, unser Maschkernlaufen", volksnäher als die heutigen steifen Sitzungen mit viel Prunk u. Paukenschlag? Das, liebe Leser, beurteilt selbst. Schade, daß unsere Jugend nichts mehr von dieser Heiterkeit erlebte, wie wir das intensiv getan haben.

Nun ist wieder Osterzeit! Ein sehr frühes Ostern in diesem Jahr. Vom Frühling dürften wir noch ein Weilchen entfernt sein, wenngleich der 1. Frühlingstag am 21. März die Ankunft anzeigt. Man wird doch noch die linden Lüfte missen. Daheim hat es oftmals in der

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