Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 151
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Ke 100. výročí narození Rudolfa Lodgmana von Auen

Zum 100. Geburtstag von Rudolf Lodgman von Auen

Dr. Rudolf Ritter Lodgman von Auen, der vor 100 Jahren am 21. Dezember 1877 in Königgrätz geboren wurde, gehört zu den großen Gestalten der sudetendeutschen Geschichte. Er war nicht nur der erste Sprecher und Mitbegründer der Sudetendeutschen Landsmannschaft, sondern spielte bereits in den letzten Jahren der österreichisch-ungarischen Monarchie wie auch im politischen Leben der Tschechoslowakischen Republik eine bedeutsame Rolle.

Dr. von Lodgman entstammt einem alten schottischen Geschlecht. Seine Vorfahren waren allerdings schon vor Jahrhunderten in das Deutsche Reich gekommen. Rudolf von Lodgmans Heimatort war Teplitz-Schönau.

Dr. Lodgman studierte Rechtswissenschaften zunächst in Prag und später in Wien. Nach seiner Promotion trat er seinen Dienst bei der Statthalterei in Prag an. 1906 wurde er Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Bezirke in Böhmen mit dem Sitz in Aussig. In dieser Position beschäftigte er sich eingehend mit dem deutsch-tschechischen Nationalitätenproblem, das zu seinem Lebensinhalt werden sollte.

Als parteiloser Wahlwerber des Bezirks Aussig kam er 1911 in den österreichischen Reichsrat, 1912/13 nahm er an den deutsch-tschechischen Ausgleichsverhandlungen teil. Im Ersten Weltkrieg stand er als Kriegsfreiwilliger an der Front in Galizien und Südtirol. Seine große politische Bewährung kam nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie und nach der Bildung der aus ihren Resten entstandenen Tschechoslowakei. Seiner Initiative entsprang der Beschluß der deutschböhmischen Abgeordneten des Reichsrats am 29. Oktober 1918, die Provinz Deutschböhmen zu einem Teil Deutschösterreichs zu erklären. Aufgrund dieses Beschlusses wurde er zum Landeshauptmann von Deutschböhmen gewählt. Um der Verhaftung durch die tschechoslowakische Polizei zu entgehen, floh er nach Deutschland, kehrte jedoch 1920 wieder in die Heimat zurück und nahm als Geschäftsführer der deutschen Selbstverwaltungskörper den Kampf gegen die Prager Scheindemokratie auf. Als Abgeordneter der Deutschen Nationalpartei gab er am 1. Juni 1920 die historisch gewordene Protesterklärung gegen den Bruch des Selbstbestimmungsrechts ab. 1925 legte er sein Mandat im Prager Parlament nieder.

Der Verband der deutschen Selbstverwaltungskörper wurde nach dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich in den Deutschen Gemeindebund übergeführt, und Dr. Lodgman trat in den Ruhestand.

Nach der Wiedererrichtung der Tschechoslowakei im Mai 1945 konnte er nur knapp einer Verhaftung durch die Tschechen entgehen. Er floh in die sowjetisch besetzte Zone Deutschlands, siedelte jedoch 1947 nach Freising in Oberbayern über. Hier sah er seine wichtigste Aufgabe darin, seine vertriebenen Landsleute zu sammeln und sie in einer großen Volksgruppenorganisation zusammenzuführen. Seine Aktivität, aber auch die hohe Achtung, die ihm seine Landsleute wegen seiner Verdienste in der Vergangenheit entgegenbrachten, waren der Grund, daß er zum ersten Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft gewählt wurde. Er hat in seiner Person in einmaliger Weise Geschichte und Schicksal der Sudetendeutschen verkörpert.

Výstava staré egerlandské lidové tvorby ve Vídni

Wichtig für die Landsleute in Österreich und näheren Umgebung

Leider auch von Egerländer Heimatbriefen unbeachtet, blieb die Ausstellung „Alte Kunst aus dem Egerlande" im österreichischen Museum für Volkskunde Wien VIII, Laudongasse, die der Direktor Hofrat Professor Dr. Leopold Schmidt aus eigener Initiative anläßlich des Sudetendeutschen Tages zusammenstellte. Dazu schrieb er einen Katalog mit 24 Schwarzweißbildern und 23 Farbtafeln und einen hervorragenden Text über die Geschichte Egerländer Volkskunde. Für uns ist dieser Katalog umso wertvoller, weil er von einem anerkannten Fachmann, der nicht Egerländer ist, geschrieben wurde. Prof. Dr. Schmidt tritt mit 1. Januar 1978 in den Ruhestand, doch die Ausstellung ist noch über die Wintermonate zu sehen.

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