Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
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Vánoční pozdrav krajanům od Richarda Brummeisla

Liebe Landsleute!

Allen Lesern unseres Heimatbriefes wünsche ich ein frohes und gesundes Weihnachten. Zum darauf folgendem neuen Jahre allen viel Glück.

Wer hätte gedacht, daß wir nach 30 Jahren Vertreibung uns noch immer eng mit der verlassenen Heimat verbunden fühlen. Das wäre vielleicht nicht möglich gewesen, wenn es den Heimatbrief nicht gegeben hätte. So wollen wir im Gedenken an unseren Landsmann Otto Otto, der uns dieses schöne Werk geschaffen und jahrelang fortgesetzt hat, danken. Ebenso sollten wir den Nachfolger Rudi Marterer mit in unseren Dank einschließen. Es muß als ein schönes Weihnachtsgeschenk empfunden werden, daß wir Schlaggenwalder und unsere umliegenden Ortschaften, noch immer so eng zusammengehalten werden. Meine besondere Freude gilt der regen Mitarbeit der Landsleute, die den Heimatbrief mitgestalten. Ihnen möchte ich recht herzlich danken. Besonderen großen Dank will ich allen Spendern sagen, denn ohne sie könnte ich den Heimatbrief nicht mit dem jetzigen Preis herausbringen, und eine Preiserhöhung liegt mir nicht im Sinn. So hoffe ich, den Heimatbrief weiterhin zur Zufriedenheit aller Bezieher herausbringen zu können. 31 Jahre sind dahingegangen seit der letzten Weihnachtsfeier in der Heimat. Wenn auch die Kriegsweihnachten oft Bitternis in die Familien brachten, denn so mancher Vater, Bruder und Sohn kam nie mehr wieder, so war man doch in dem vertrauten Heim. Man sah bekannte Gesichter und fühlte die Geborgenheit. Das ist in der Fremde alles ganz anders. Verloren ist alt Vertrautes und an das Neue konnte man sich schlecht gewöhnen. Trotzdem haben wir es ertragen. Wir Älteren mußten es einfach um der Kinder willen. Unser ganzes Trachten ging dahin, sie sollten es einmal besser haben. So schafften es viele Landsleute durch ihren Fleiß und ihrer Einsatzbereitschaft. Stolz können sie zurückblicken, weil sie die härteste Lebensprobe, die ihnen auferlegt worden war, gemeistert haben. Erfreuen wir uns deshalb in diesen Festtagen an dem Geleisteten. Lassen wir keine Betrübnis aufkommen, wenn wir unsere Enkelkinder in der jetzigen Heimat um uns haben. Ich glaube nicht, daß Landsleute an diesen Tagen ihre alten Eltern oder eine Verwandte in den Altersheimen nur einige Stunden sehen wollen. Wir Egerländer haben noch sehr viel Familiensinn bewahrt und sind zum größten Teil in Großfamilien erzogen worden. Was wäre ein Haushalt ohne Ahnl gewesen. Jemand war immer da, der auf uns Kleinen aufgepaßt hat.

Man redet so viel vom Frieden. Der Friede ist ein Geschenk Gottes und kann nur in den Herzen gedeihen, die noch an ihn denken. Man muß kein Frömmler sein. Aber an Gott, als den Schöpfer alles Lebenden zu denken und in der Stille ein Dankeschön für erwiesene Gnade zu sagen, sollte sich jeder abringen. Wie soll ein Werk gelingen, wenn man nicht daran glaubt. Der Zweifler hat noch nie das Glücklichsein empfinden können, weil er keine starke Seele sein eigen nennen kann.

Es ist die Zeit der Stille. Die Natur ruht sich aus und der Mensch sollte da auch eine geistige Ruhepause einlegen. Natürlich erlaubt es das mechanisierte Zeitalter nicht so wie früher. Die moderne Zeit nimmt uns ganz in ihren Bann. Aber etwas mehr innere Ruhe wäre von Nöten. Das gibt vielen neue Kraft, um die gestellten Aufgaben zu meistern.

Ich wünsche allen für das kommende Jahr 1978 viel Erfolg. Mögen Euere Hoffnungen und Wünsche sich erfüllen. Unglück und Krankheit soll von jedem abgehalten werden und keine Heimsuchung anderer Art möge uns treffen.

Allen Lesern des Heimatbriefes wünsche ich ein frohes und gesundes Weihnachtsfest sowie viel Glück im neuen Jahr

Euer RICHARD BRUMMEISL

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