Dreikönig-Singen
Gesammelt von Josef Hofmann.
Aus dem Elbogner Kreise.
Veröffentlicht in „Unser Egerland"
Nr. 4-5 Juni-Juli 1906, 10. Jahrgang.
Wir kommen daher in großer Eil
In dreizehn Tagen gar viele Meil'n,
Da kamen wir vor Herodes Haus,
Herodes schaut zum Fenster r'aus
Und sprach: „Ihr Weisen, wo wollt ihr hin?"
„Nach Bethlehem steht unser Sinn!"
Herodes sprach: „Ei, bleibt bei mir,
ich will Euch geben Wein und Bier,
Ich will Euch geben Stroh und Heu
Und will Euch halten zehrenfrei!"
Die hl.3 König besannen sich hier
Und sagten: „Wir haben noch weit von hier".
Herodes sprach mit trotzigem Sinn:
„Wollt Ihr nicht bleiben, so zieht denn hin!"
So kamen wir über den Berg hinaus
Und sahen 'nen Stern steh'n über dem Haus;
Wir gingen in das Haus hinein
Und fanden Herrn Jesus im Krippelein.
Wir fielen darnieder auf unsere Knie
Und brachten dem Kindlein Opfer hin,
War Weihrauch, Myrrhen und rotes Gold.
Nun schenkt uns etwas und bleibt uns hold!
Und wenn wir auf's Jahr wer'n wieder umgeh'n,
So woll'n wir Euch wieder in Freuden seh'n!"
Anmerkung vom Verfasser: Wird nichts gegeben, ziehen die Kinder ab und singen, wenn sie „weit vom Schusse" sind, einen Vers, in dem sie den Filzigen wünschen, es möge sie der Teufel holen, oder, sie mögen in jahresfrist schon begraben sein.
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