Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
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„Bůh se stal člověkem na zemi!" – vánoční poselství preláta Reiße

„Gott wurde Mensch auf Erden!"

Nach den Tagen des Advent, wird überall wieder in vielfältiger Weise Weihnachten gefeiert werden. Weihnachten ist nicht das größte der christlichen Feste — Ostern ist größer. Aber Weihnachten ist besonders in unserem Volk das beliebteste aller Feste: Fest des Lichtes und der Lichter, die sich vielfältig brechen werden in Güte und Menschenfreundlichkeit, in menschlicher Freude und Gesinnung des Friedens, in den Familien ebenso wie in den Betrieben und menschlichen Gemeinschaften, in Brauchtum und Lied und weihnachtlichem Wort.

Weihnachtliches Feiern wird aber unbeholfen und oberflächlich sein, wenn das Herzstück und die Mitte fehlt, nämlich das Geheimnis unseres Glaubens, daß im Kind in der Krippe Gott Mensch geworden ist zu unserem Heil. Es sollen die äußerlichen Dinge der Weihnacht nicht verdammt werden, denn auch in ihnen wird etwas sichtbar von der Sehnsucht des Menschen nach Freude und Liebe, nach Geborgenheit und Friede, dahinter verbirgt sich die Sehnsucht des Menschen nach der Liebe und Geborgenheit in Gott, ob er es wahrhaben will oder nicht.

So wollen auch wir wieder die Botschaft des Engels hören von Freude und Frieden und mit den Hirten zur Krippe gehen. Wir sollen es wieder lernen, was vieln verlorengegangen ist: Glauben, staunen, anbeten. Vor der Krippe hat Angelus Silesius die unvergänglichen Verse gedichtet: „Der Cherub staunt: Gott wurde Mensch auf Erden; der Seraph sinnt: was wird der Mensch nun werden?"

Mit den Weihnachtstagen geht wieder ein Jahr zu ende, auf das wir rückschauend sagen können, dieses Jahr hat Höhepunkte und Kronen gehabt. Drei seien hier genannt.

Am heiligen Pfingstfest 1977 feierten wir mit mehreren zehntausenden unserer Landsleute mit Kardinal König, dem Erzbischof von Wien, und dem Hochmeister des Deutschordens, P. Ildefons Pauler, den festlichen Gottesdienst auf dem Heldenplatz in Wien. Dieser Gottesdienst hat allerseits Anerkennung gefunden. Von vielen anderen Gottesdiensten bei Wallfahrten und Heimattreffen kann gleiches gesagt werden. Die Zahl der Beter ist nicht kleiner geworden. Für diese Treue danken wir allen Landsleuten.

Am 19. Juni 1977 wurde unser Landsmann Bischof Johann Nepomuk Neumann, — 1811 in Prachatitz geboren, am 5. Januar 1860 gestorben als Bischof von Philadelphia — heilig gesprochen. Für die katholischen Heimatvertriebenen aus Böhmen und Mähren — Schlesien ein großer Tag, für unsere Volksgruppe ein säkulares Ereignis. Der Heilige Vater sagte zu uns, den deutschen Pilgern: „Einen besonders herzlichen Willkommgruß richten wir bei dieser denkwürdigen Feier an die anwesenden Gläubigen, aus dem Geburtsland des neuen Heiligen. Möge der heilige Missionar und Bischof Johann Nepomuk Neumann gerade Ihnen, seinen Landsleuten, in Prüfung und Not fortan ein mächtiger Fürsprecher und sicherer Führer zur ewigen Heimat sein." In dem Dankschreiben des Staatssekretariates für die Geschenke und Gaben, die ich namens unserer Pilgergemeinschaft dem Heiligen Vater überreichen durfte, heißt es: Möge die Fülle der in diesen Gaben verborgenen Erinnerungen und Aussagen unseres Glaubens bewirken, daß die bekennenden Christen unter den Heimatvertriebenen zu den ersten gehören, die alle Gewalt unter den Völkern ächten und mithelfen, den Frieden zu bauen auf der Grundlage unserer Erlösung und hohen Berufung durch unseren Herrn Jesus Christus.

Am Fest Mariä Geburt (8. September 1977) erhielten wir die Nachricht, daß unser Mitbruder, Herr Militärdekan Gerhard Pieschl — geb. 1934 in Mährisch Trübau (Schönhengstgau), 1946 Heimatvertriebener in Wennings im Vogelsberg, Schüler der Bischof Neumann-Schule und Absolvent der philosophisch theologischen Hochschule in Königstein, 1961 in Limburg zum Priester geweiht — vom Heiligen Vater Papst Paul VI. zum zweiten Weihbischof von Limburg bestellt worden ist. Am 23. Oktober 1977 wurde er im Kaiserdom in Frankfurt zum Bischof geweiht. Damit hat sich die große Hoffnung der sudetendeutschen Katholiken erfüllt, daß nach dem Tode unseres Weihbischofs Kindermann recht bald ein sudetendeutscher Priester zur Würde des Bischofsamtes aufsteigen möge. Auch wenn der neue Weihbischof nicht eigentlich Nachfolger von Weihbischof Kindermann sein kann, haben wir ihm doch die bischöflichen Insignien des Verstorbenen angeboten und zu treuen Händen übergeben. Er hat sie angenommen als Auszeichnung und Verpflichtung. Er bekennt sich zu seinen sudetendeutschen Ursprüngen. Der apostolische Nuntius schrieb uns:

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