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mußte. Nun wußten die beiden Frauen nicht, was sie zunächst tun sollten. Ich schrie, als mir schließlich die Großmutter das tote Tier fortnahm, und meine Mutter klagte über das verdorbene Mäntelchen. Alles Putzen mit Taschentüchern wollte nichts helfen. So trennten wir uns von meiner Großmutter, die mir versprach, daß sie versuchen wolle, das Kätzchen gesund zu pflegen.
Über all den Aufregungen war nun so viel Zeit vergangen, daß wir, als die ersten Häuser von Töppeles sichtbar wurden, das Bähnchen von Schönwehr her über das Tepltal pfeifen hörten. Es war unmöglich, diesen Zug noch zu erreichen, so mußten wir eine kleine Ewigkeit auf den nächsten warten. Mutters Ärger war bald ihrer großen Geduld gewichen, sie streichelte mich tröstend, und ich begann müde zu werden.
Plötzlich jagte eine große Aufregung und Entsetzen durch den kleinen Warteraum der Bahnstation, denn es war bekannt geworden, daß sich ein lebensmüder Mensch vor unser davongefahrenes Bähnchen geworfen hatte.
Ich konnte das Unglück damals noch nicht ermessen, aber als meine Mutter mich heftig an sich drückte und ihre Tränen auf mein Gesicht fielen, fühlte ich, daß etwas sehr Schlimmes geschehn sein mußte.
Heute weiß ich, daß meine Mutter sehr dankbar war, daß wir durch mein Mißgeschick unseren Zug versäumt hatten. Hierzu kommt mir ein Sprichwort aus der Heimat in den Sinn:
„Ma woiss nej, vawa eppas gout is!"
Hermine Walter, geb. Palm
[obr] Der „Flutbach" zwischen den Nebengebäuden des Müllers Bauer und dem Wagner-Haus (Abgeordneter Fischer)
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