Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 148
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Staré cínařské řemeslo v Horním Slavkově (Schlaggenwald)

Zinnleuchter

Glockenklang haben. Je mehr Blei als Zusatz verwendet wird, um so mehr geht die Klangfarbe herunter. Leider enthalten ausländische Zinnwaren, die heute auf dem deutschen Markt angeboten werden, 60 % und mehr Prozent Bleizusätze. Das war ein kurzer Streifzug durch die Geschichte des Zinngießerhandwerks, an der unsere Vorfahren in Schlaggenwald und Schönfeld bestimmt einen nicht zu geringen Anteil hatten.

Im nächsten Heimatbrief werde ich über das Zinngießerhandwerk in Schlaggenwald ausführlicher berichten können, da mir ein ehemaliger Zinngießer und Bürger unserer Heimatstadt, der in diesem Jahr sein 87. Lebensjahr vollendet, wertvolle Aufzeichnungen und Unterlagen zur Verfügung gestellt hat.

[obr] Zinnschüsseln

Nachtrag von Anna Neidhart

Zum Schluß noch einige spezielle Angaben über den Zinnbergbau in Schlaggenwald, die einem Brief entnommen sind, den einer der letzten Zinngießer in Schlaggenwald, Herr Oswald Hanika, an meinen verstorbenen Mann am 3. 2. 1976 geschrieben hat.

Herr Hanika schreibt unter anderem: „Das Schlaggenwalder Zinn war immer etwas silberhaltig. Deshalb hat es länger den Glanz und die Feinheit behalten, als dies beim englischen Zinn der Fall ist. Man verstand damals noch nicht das Silber vom Zinn zu trennen, und dies war der Grund, warum das Schlaggenwalder Zinn von Kennern so begehrt war.

Im Prager Museum befinden sich sehr viele Zinngegenstände aus Schlaggenwald, die noch während der K. und K. Zeit von Wien nach Prag verlagert wurden und heute mit einer Steinsammlung (Bergkristall, Wolfram, Zinnkrampen u.a.m.) zwei große Sääle füllten."

Weiteres „. . . in Schönfeld gab es zur Jahrhundertwende 4 Zinngießer: Josef Floth, Ignaz Lochner, Franz Josef Lochner, Götzl und Ott. In Karlsbad war die Familie Heilingpöller bereits vor 1850 mit der Anfertigung Barocker Tafelaufsätze, Essig- und Ölständer sowie von Suppenterinen speziell für den Transport beschäftigt. Dieses Geschäft wurde nach dem ersten Weltkrieg stillgelegt . . ."

Herr Hanika schreibt unter anderem „ . . . Mein Vater und mein Onkel Rudolf Hanika (ehemals Brettschneider auf der Brettsäge oberhalb des Viaduktes nach Schönfeld) haben mir erzählt, daß zu früheren Zeiten die Bergknappen vom Hubwerk (Marienschacht) zu Fuß in Holzpantoffeln (!) von Schlaggenwald nach Nürnberg zu den Zunfttreffen gelaufen sind . . . Vom Hubwerk bis Schlaggenwald gab es 8 Pochwerke, die mit Stempeln die metallhaltigen Steine zerkleinerten. Außerdem soll eine Schmelzhütte dort gestanden haben."

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