Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 147
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Zprávy z Československa

Nachrichten aus der Tschechoslowakei

Der amerikanische Erzbischof James Rausch beschwerte sich in einem Briefe bei Außen-Staatssekretär Kissinger, daß das tschechoslowakische Regime hinsichtlich der religiösen Freiheitsrechte eines der repressivsten des Ostblocks sei. Die Prager Regierung unterdrücke systematisch jede Religionsausübung. Eines der Beispiele sei ihre Bemühung, die katholischen Orden zu beseitigen. So werden wahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahre 22 weibliche Ordensgemeinschaften, die es in der Tschechoslowakei gibt, infolge der Maßregelungen ihrer Mitglieder verschwinden. Ebenso werde der Bewegungsspielraum der Seminaristen eingeengt. Außer mit ihren unmittelbaren Familienmitgliedern und nächsten Freunden sei ihnen jeglicher Konrakt mit weltlichen Personen untersagt. Sie dürfen keine Rundfunkgeräte oder fremdsprachigen Bücher besitzen. Eltern, die ihren Kindern eine religiöse Erziehung angedeihen lassen, werden eingeschüchtert und auch die Kinder müssen dadurch Nachteile in Kauf nehmen. Der Erzbischof, der zugleich Generalsekretär des Verbandes amerikanischer Katholiken ist, bat den Staassekretär, diese Tatsachen angesichts der Unterhandlungen über einen kulturellen und wissenschaftlichen Austausch mit der Tschechoslowakei zu beachten. Eine Antwort des State Department auf diesen Brief ist nicht eingegangen.

In der Tschechoslowakei ist die Zahl der Familien, die kinderlos sind oder nur ein Kind besitzen, von 47 auf 40 Prozent zurückgegangen, während der Anteil der Familien mit zwei Kindern von 33 auf 39 Prozent und mit drei Kindern von 11 auf 13 Prozent stieg. Der Anteil der Familien mit mehr als drei Kindern ist im Zeitraum von 1970 bis 1975 von 9 auf 7 Prozent abgesunken. Im vergangenen Jahr hat sich die Tschechoslowakei mit 20 Geburten auf 1000 Einwohner auf den dritten Rang in Europa geschoben.

Die in Südböhmen erscheinende Tageszeitung Jihoceska Pravda gab das Ergebnis einer Umfrage bekannt, derzufolge 72 % der in den Aussiedler-Listen des Deutschen Roten Kreuzes angeführten Personen kein Interesse an einer Umsiedlung hätten. Die Zeitung warf dem Deutschen Roten Kreuz vor, die Listen ohne Wissen der von ihnen genannten Menschen aufgestellt zu haben und auf diese Weise unseriöse Informationen zu produzieren.

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