Ende der Aussiedlung – Folge der Entnationalisierung
Das praktische Aufhören der Aussiedlung von Deutschen aus der Tschechoslowakei ist eine Folge der zielbewußt durchgeführten Entnationalisierung, mit der die jugendlichen Angehörigen der nach 1945 zurückgehaltenen Deutschen tschechisiert werden. Mit diesem Hinweis nahm das Präsidium des Sudetendeutschen Rates zu den Verhandlungen Stellung, die der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Walter Bargatzky, in Prag mit dem Tschechoslowakischen Roten Kreuz geführt hat. Die sudetendeutsche Seite rügt nach wie vor das in der ČSSR gehandhabte Verfahren, welches die Aussiedlungswünsche zahlreicher Antragsteller bereits in der untersten Instanz, d.h. bei den Bezirks-Nationalausschüssen, zunichte macht, ohne daß übergeordnete Stellen eingreifen können. Durch die Infragestellung einer wohlwollenden Behandlung derartiger Gesuche wird nach Meinung der Sudetendeutschen der klare Text des Briefwechsels über humanitäre Fragen nach wie vor verletzt.
Die Bundesregierung und die deutsche Öffentlichkeit gehen an dem eigentlichen Problem vorbei, wenn sie die rechtlichen Anliegen der in ihrer Heimat verbliebenen Sudetendeutschen durch die Aussiedlung einer kaum erwähnenswerten Anzahl für gelöst erachten. Einen ersten Ansatz guten Willens könne die tschechoslowakische Regierung nach den von ihr zu verantwortenden Verbrechen der Vertreibung und der Entnationalisierung Deutscher lediglich dadurch zeigen, daß sie den rund 100.000 in der ČSSR lebenden Deutschen wenigstens fünf Grundschulen und zwei Gymnasien in Gablonz und Karlsbad einrichtet. Das geringfügige kulturelle Eigenleben dieser Deutschen sei erst dann den verfassungsmäßigen Bedingungen angepaßt, wenn sie über ein Mindestmaß kultureller Einrichtungen und Erziehungsstätten verfügen.
Notfallschilder für Ältere
Eine in Nordbayern bisher einmalige Aktion hat das Altenheim der Arbeiterwohlfahrt in Rödenthal im Landkreis Coburg gestartet. Jeder alleinstehende ältere Einwohner des Landkreises kann von der Arbeiterwohlfahrt ein größeres Schild anfordern, auf dem zu lesen ist: „Ein alter Mensch braucht Hilfe, rufen Sie bitte Rödenthal 09563/8214 an". Dieses Schild soll sein Besitzer ins Fenster stellen, wenn er sich einmal nicht selbst helfen kann, damit seine Nachbarn ihm Hilfe herbeirufen können.
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