Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 147
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Velikonoční poselství: Passio Christi conforta me – Utrpení Kristovo, posilni mě!

Allen Lesern unseres Heimatbriefes ein frohes Osterfest

DIE SCHRIFTLEITUNG

Passio Christi conforta me – Leiden Christi stärke mich!

Bald werden wir als Christen wieder Ostern feiern. Die Liturgie der Kirche spricht vom Paschamysterium und meint damit das Heilshandeln Gottes, das im Leiden und Sterben und in der Auferstehung unseres Herrn seinen Höhepunkt erreicht. Immer geht dem Osterjubel die Botschaft vom Leiden und Sterben voraus. So ist es nicht abwegig, wenn ich meiner Osterbotschaft diesmal den Wahlspruch unseres neuen Heiligen, Bischof Johann Nepomuk Neumann, voransetze: Passio Christi conforta me! Auch er mußte wie Christus selbst erst den Weg des Leidens gehen, bevor er eingehen konnte in die Osterherrlichkeit seines Herrn und in die Herrlichkeit der Heiligen.

Ebenso wie in der Passion des Herrn können wir auch in seinem Leben Stationen des Leidens aufzeigen. Am Anfang steht die große Enttäuschung, daß nach vollendetem Studium in Prag die Priesterweihe aufgeschoben wurde, denn der Weihekandidaten waren zu viele. Weil ihn die Heimat nicht annahm, geht er in die Fremde, nach Amerika. Fremde bedeutet immer Passion. In aller Heimlichkeit verläßt er das Elternhaus, Prachatitz und den Böhmerwald. Jeder Abschied von etwas, das man liebt, ist schmerzvoll. Der Weg in die Hafenstadt Le Havre war weit und schwer, weil nur wenig Geld im Beutel war, der Hunger quälte und die Schuhe durchlöchert waren. Eine Überfahrt nach New York im Zwischendeck bei Sturm und hohem Seegang bedeutet Not und Strapazen. Für einen armen Einwanderer war das unendliche Land und die große Stadt New York sicher voller Unheimlichkeiten. Zwar erreicht er dort das Ziel seines Lebens, die Priesterweihe, aber auch Priestertum ist Teilnahme an der Passion des Herrn. Als Rucksackpriester zieht er in das schwierige Missionsgebiet an den Niagarafällen mit weiten Wanderwegen, primitivem Leben und primitiver Seelsorge. Sittlicher und religiöser Tiefstand sind für jeden Seelsorger ein großes Kreuz. Seine Gläubigen, ein Konglomorat von Menschen und Nationen, darunter viele Deutsche, haben ihm die Arbeit nicht leicht gemacht.

Seiner Berufung folgend sucht er die Gemeinschaft der Redemptoristen, wird Ordensmann und Vorgesetzter. Auch Vorgesetzter sein, hat für ihn Kreuz bedeutet. Und dann trifft den kleinen Redemptoristen neue Berufung, obwohl er selber es nicht will, wird er Bischof von Philadelphia. Mit dem Blick auf den Weg, der bisher gegangen und dem Blick auf die Priesternot, Kirchennot und Schulnot seiner neuen Diözese wählte er seinen Wahlspruch: „Passio Christi conforta me!" Nur knappe 8 Jahre bischöflichen Wirkens waren ihm vergönnt. Zwar erfüllte sich seine große Sehnsucht bei der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis an den Gräbern der Apostel in Rom zu weilen und an den Ort zurückzukehren, wo einmal seine Wiege stand. Prachatitz hat ihm hohe Ehre bereitet. Dann blieben nur mehr 5 Jahre, da er ohne Rücksicht auf sich selbst aber immer mit dem Blick auf den Gekreuzigten seines bischöflichen Amtes waltete. Am Vorabend des Dreikönigtages, am 5. Januar 1860, stirbt er in winterlicher Kälte und harten Gehsteig der 13. Straße in Philadelphia um 3 Uhr nachmittags, in der Sterbestunde des Herrn. Wir kennen sein Sterbegebet nicht, aber wir könnten uns denken, daß es die Worte seines Wahlspruches waren: Passio Christi conforta me! Sicher war der Stern von Bethlehem, der die Weisen zur Krippe des Kindes führte, auch ihm Wegweiser in die Weihnachts- und Osterherrlichkeit seines Gottes. Gewiß hat sich auch an ihm, den man schon unmittelbar nach seinem Tode einen Heiligen nannte, bewahrheitet: Wer mit Christus leidet, wird mit Christus verherrlicht werden!

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