Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 146
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Ke chebskému posvícení – dodatek

Zur Kirwa im Egerland

Ein Nachtrag

Zur Kirwa machten sich die Burschen gerne „Luft". Sie schüttelten die Last der letzten Monate förmlich aus den Gliedern und versuchten, die Lust nachzuholen, die in der arbeitsreicheren Zeit versäumt wurde. Aber nicht nur die Jungen, auch die Alten machten freudig mit. Man versagte dem Tische die Ehre und und Tanzboden die Freude nicht. Doch nicht allein im Frohsinn äußerte sich der Egerländer Kirchweihcharakter. Es wird nur zu oft übersehen, daß dieses jeweils auf den dritten Oktobersonntag fallende Fest, die Land- oder auch Kaiserkirwa genannt, das eigentliche Erntedankfest war und nicht nur Anlaß zur Rückschau bot, sondern auch für das nächste Wirtschaftsjahr genügend Gesprächsstoff gab. Den Bauern ging es dabei vor allem darum, über die Futterbestände einen genauen Überblick zu gewinnen. Außer den Futterrüben war nämlich zu dieser Zeit bereits alles unter Dach. Gemessen an früheren Futterbeständen ließ sich feststellen, welcher Viehbestand, ohne zu „knausern", zu überwintern war oder welche „Stückln" zum Martins-Tag aus dem Stall mußten.

Neben dem Wald, der „Eisernen Sparbüchse des Bauern", war der Viehbestand der Halt der Egerländer Höfe. Aber nicht nur die Rösser (der Stolz unserer Bauern), sondern alle Haustiere (außer der Ziege) waren unseren Bauern „ans Herz gewachsen"; selbst auch die Bienen und Fische. Daher mag es auch kommen, daß diese in unserer Mundart förmlich verschwistert sind. Obwohl es ebenso schnell arm wie reich machen können, zählten sie schon von früher her zu einem rechtschaffenen Egerländer Vierkarter (Hof). Es war daher selbstverständlich, daß sich der Kirwadiskurs auch um diese zwei heiklen Patrone, Fische und Bienen, drehte. Aus ihrer Einwinterung zog man Schlüsse, wie sich Winter und Frühjahr „anlassen", das heißt, ob es ein frühes oder spätes Frühjahr geben wird. Bei den Fischen verweilte man gerne etwas länger. Dabei zählte weniger, wie die Teiche „geworfen" hatten, sondern vielmehr, ob die Teiche „gesund" oder ob sie „krank" sind, nämlich ob es „kropfete" (kranke) Fische gab. Wenn ja, dann waren die Teiche trocken zu legen und für zwei, drei Jahre mit Hafer „zu bestocken". Bei Teichen, die nach dem Abfischen gleich wieder „gesteckt" wurden, stand der „Besatz" zur Sprache, nämlich ob der Schilfbestand im Falle eines strengen Winters die nötige Luftzufuhr sichert, damit die Fische nicht „abstehen", oder ob man doch vorsichtshalber etliche aufgestellte Bund Stroh einfrieren läßt.

Derlei Gespräche waren zur Kirchweih an der Tagesordnung. Die Fische standen meist deshalb oben an, weil zu einem rechtschaffenen Egerlandhof ein „Teichl" gehörte. Der Kirwafisch war daher nicht nur ein ausgesprochenes Stifts- oder Herrschafts-, sondern auch ein Bauernprivileg. Der Ertrag zählte dabei kaum, denn es war mehr eine Liebhaberei. Sei dem wie immer, der Kirchweihfisch war für die Egerländer einstmals fast ebenso selbstverständlich wie die Gans und der Kuchen. Während die Alten pfeiferauchend und „ihr Bier" trinkend „fachsimpelten", tanzte die Jugend, daß die Kittel flogen, die Dielen krachten und die Balken sich förmlich bogen. Der schweißreichen Zeit wurde der Garaus gemacht.

Otto Zerlik

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Vlastivěda politického okresu Falknov z roku 1898 – Rabensgrün

Heimatkunde des politischen Bezirkes Falkenau aus dem Jahre 1898

(Fortsetzung) Von Hugo Prasse, Mühlacker.

### Rabensgrün

Pol. Gem. gl. N., Pf. u. Post Schlaggenwald.

Rabensgrün ist ein Dorf, 3 km südöstlich von Schlaggenwald auf einem Hochplateau von 700 m Seehöhe gelegen. Es hat 39 Nummern mit 269 Einwohnern und besitzt eine einklassige Volksschule und eine den Heiligen Johann und Paul geweihte Kapelle, welche im Jahre 1777 erbaut worden ist.

Die Bewohner des Ortes sind katholisch. Sie leben theils von dem Ertrage der Landwirtschaft oder sind Häusler mit wenig Feldbau und betreiben dazu ein Gewerbe, theils sind sie Fabriksarbeiter, die in den Porzellanfabriken zu Schlaggenwald und Schönfeld Beschäftigung finden.

Wie aus mündlichen Überlieferungen und aus einzelnen Bemerkungen der Ortschronik hervorgeht, wurde die Jugend in Rabensgrün schon im 18. Jahrhundert unterrichtet. Aus den Äußerungen der ältesten Leute ergibt sich, daß ihre Großeltern des Lesens, Schreibens und Rechnens kundig waren. Überdies waren in Rabensgrün - einem Freigute —

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