Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 146
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Vzpomínky na dávno minulé časy

Erinnerungen an längst vergangene Zeiten

Das Städtchen Schlaggenwald ist wohl jedem von uns in guter Erinnerung, denn die umliegenden Ortschaften hatten vieles mit dieser Stadt gemeinsam.
Ob Trauer oder Festlichkeit führte meistens der Weg nach Schlaggenwald. Der erste Ausflug fast eines jeden von uns war die Taufe. Und für viele in späteren Jahren auch der letzte Weg. Von Töppeles bis nach Schlaggenwald war eine dreiviertel Stunde zu laufen. Da es ein Gewohnheitsgang war, erschien es auch nicht so weit.
Im Frühjahr, wo dann das frische Grün auf Wiesen und Felder das Auge erfreute und die Lerche sang, auch die Frühlingsblumen regten schon ab und zu ihre Köpfe. Mit all dem Schönen war man früher am Ziel, als man zu Hause dachte. Der Monat Mai ist auch eine schöne Erinnerung an meine Schulzeit. Denn wir hatten damals Herrn Kaplan Bühl, später Dechant von Schlaggenwald, im Religionsunterricht. Er war bei uns Kindern sehr beliebt. So kam er im Mai Sonntagnachmittag immer nach Töppeles, und ging mit uns Kindern auf irgend einen Hügel, und übte mit uns in Begleitung seiner Geige Marienlieder. Diese sangen wir dann abends mit Kindern aus Nachbarorten in der Maiandacht auf dem Chor. Und der Herr Kaplan begleitete uns auf der Orgel. Wir waren darauf sehr stolz und freuten uns in diesen Wochen immer auf den kommenden Sonntag. Und da gab es noch etwas, an das die Kinder im Stillen dachten. Welches Kind konnte schon gleichgültig an der Konditorei Reif oder Heß vorbeigehen, wo die Gläser mit ihren bunten Bonbons, Schaumrollen und anderen Leckereien angeboten wurden. Da wurden nach den letzten zwanzig Hellern in der Tasche gesucht. Und so wurde fröhlich der Heimweg angetreten. Bis zum ersten Kreuz war es noch hell. Aber von Kreuz zu Kreuz wurde es immer dunkler, und damit sank auch langsam die Stimmung. Und allmählich rückte auch das Totenbrünnlein näher, über das beim Federnschleißen so viele Gruselgeschichten erzählt wurden. Auch gab es da noch den großen Kiefernbaum, der etwas Furcht ausstrahlte. Nun ging es den Berg hinunter und die Stimmen wurden schon wieder lauter, denn die schlimmste Ecke war überwunden. Und so kamen alle wieder mit Frohsinn zu Hause an. So kam auch der Sommer mit seinen Festlichkeiten, wie z. B. Fronleichnam. Solche Tage führten immer wieder die Menschen in die kleine Bergstadt.
Und so rückte auch die Weihnachtszeit näher. Der Weihnachtsmarkt, wo die Frauen, von den umliegenden Ortschaften mit ihren weißen Buckelkörben ihre Weihnachtseinkäufe machten. Die Geschenke waren natürlich nicht so üppig wie heute. Da gab es auch die schönen Pfefferdocken und Pfefferreiter, die auch nach den Feiertagen mit ihren schönen Bildern an Türen und Fenstern ihre Dienste leisteten. An diesen Tagen blühte auch das Geschäft beim Schnapsmanie, denn ein Fläschchen Rum oder Kaiserbirn durfte am Heiligen Abend nicht fehlen. Am ersten Feiertag ging es dann in die Kirche. Meistens mußte man im Schnee waten. Und so saß man mit eiskalten Füßen in der Kirche. Aber man hat durchgehalten bis der Gottesdienst zu Ende war. Am Heimweg kam dann langsam die Sonne zum Vorschein, und der Schnee glitzerte auf Sträuchern und Bäumen. So stapfte man in der herrlichen Winterlandschaft wieder nach Hause.
So vieles von all dem, das waren früher unsere Kinderfreuden. Sie waren vielleicht schöner, als die der Kinder in der heutigen Zeit.

Frieda Erler

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Slib na hranici

Gelöbnis an der Grenze

Seht, ihr Kinder, dorten drüben, jenes weite wellige Land,
ist die Stätte, wo vor Jahren einstmals unsere Wiege stand;
wo das Vaterhaus gelegen, wo die Mutter hat gelehrt
fleißig sein und gottesfürchtig, daß das Leben lebenswert!

Seht, ihr Kinder, dort die Berge, dort der Turm, der grüne Wald;
dort ist unsre liebe Heimat, die uns raubte die Gewalt.
Niemals dürft ihr sie vergessen! Immer schreit es in die Welt!
Rüttelt auf das Weltgewissen! Wenn es ihr auch nicht gefällt!

Horcht, ihr Kinder, immer wieder: Tausend Jahre sind es her,
seit der Urahn Eurer Väter in dies Land zog, öd und leer;
wo er rodete und pflügte und sich einen Wohlstand schuf.
Fleiß und Arbeit, Treu und Glauben gründeten Sudetenruf!

Sollt ich, Kinder, nicht erleben unsre Heimkehr, bleibet treu
euerer Heimat, deren Sitten, wecket ihre Sagen neu;
seht, Ihr Kinder, dorten drüben, jenes reiche schöne Land,
kämpft um dieses Stückchen Erde; Kinder schwört mirs in die Hand!

Rolf Seeharsch, Bernau

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