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in demselben Jahre die fünfte Knabenclasse ausgelassen. Am 15. September 1887 wurde die erste Classe der Mädchenbürgerschule eröffnet und dafür die fünfte Mädchenclasse ausgelassen. Die vierclassige Knabenvolksschule wird gegenwärtig von rund 250, die vierclassige Mädchenvolksschule von 240, die Knabenbürgerschule von 135, die Mädchenbürgerschule von 100 Kindern besucht.
An Vereinen hat Schlaggenwald folgende zu verzeichnen: Das k. k. priv. Scharfschützen-Corps stammt aus dem Jahre 1533; der Männergesangverein, gegründet im Jahre 1861; der Feuerwehrverein, gegründet als Turn-Feuerwehrverein im Jahre 1864; der Militär-Veteranen-Verein, gegründet im Jahre 1870; das patriotische Kriegercorps gegründet im Jahre 1884; der Turnverein, als selbstständiger, von der Feuerwehr losgetrennter Verein gegründet im Jahre 1878; der Lese-Verein, gegründet im Jahre 1872; der Spar- und Vorschussverein, als registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung gegründet im Jahre 1868.
An Ämtern besitzt Schlaggenwald derzeit ein Post- und Telegraphenamt; ersteres seit 1846, letzteres seit 1869.
Die Gründung der Bergstadt Schlaggenwald, welche nach dem Grafen Schlacko ihren Namen hat, fällt in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück, denn im Jahre 1357 stellen nach einer vorhandenen Urkunde die Brüder Slawko und Borsso von Riefenburg den Priester Ullrich als Pfarrer von Schlaggenwald und Petschau an. Denselben Brüdern ertheilte Karl IV. am 31. Juli 1354 die Bergfreiheit, d. h. die Erlaubnis, daß sie auf ihren zu den Burgen Riefenburg und Filiale Petschau gehörigen Gütern durch 12 Jahre Metalle frei gewinnen dürfen, und bereits 1355 verleihen Borsso und Slawko den Schönfeldern ein Berggericht und die Zinnwaage. Borsso der Jüngere verkaufte im Jahre 1407 die Herrschaft Petschau sammt den Bergstädten an Ullrich von Hafenburg, doch schon am 11. Mai 1411 ernennt Heinrich von Plauen als Besitzer der Herrschaft Petschau und der Bergstädte einen neuen Kaplan. Unter der Herrschaft der Grafen von Plauen erhielt Schlaggenwald ums Jahr 1490 ein vollkommenes Egerer Stadtrecht und den Plauen'schen Löwen als Stadtwappen. Heinrich IV. von Plauen erbte von seinem Vater Petschau und die Bergstädte, trat aber diesen Besitz an das mächtige Geschlecht der Herren Pflug von Rabenstein ab. Bereits 1495 erscheint Sebastian Pflug als Besitzer. Nach dem im Jahre 1501 erfolgten Tode Sebastians gelangte Johann Pflug von Rabenstein in den Besitz der Herrschaft Petschau mit den dazu gehörigen Bergstädten. Johann Pflug gewährte den Bergleuten verschiedene Rechte und Freiheiten, unternahm 1520-1525 den Neubau des Rathhauses und die Vergrößerung der Stadtkirche zu Sct. Georg und erbaute mit großem Kostenaufwande den sogenannten Flößgraben, durch welchen Schlaggenwald mit einer ausgiebigen Wasserkraft versorgt wurde. Johann Pflug stand beim Hofe in hohem Ansehen und wurde 1533 oberster Kanzler des Königreiches Böhmen. Er starb 1537 in Prag. Ihm folgte sein Sohn Kaspar Pflug, welcher den Bergbau zu hoher Blüthe brachte. Bereits 1539 wurde der Bau des Pflugstollens begonnen und innerhalb 11 Jahren mit einem Kostenaufwande von 95.565 fl. zur Ableitung der Grubengewässer hergestellt, so daß jetzt der Bergmann in der Tiefe arbeiten konnte, ohne vom Wasser belästigt zu werden, infolgedessen die Ausbeute immer größer wurde. Um diese Zeit faßte die protestantische Lehre, welche bereits früher ihren Einzug in Schlaggenwald gehalten hatte, immer festere Wurzel. Da die Bergleute und ein großer Theil der übrigen Bewohnerschaft der neuen Lehre angehörten, so wurde die Stadtkirche protestantisch und der Rath stellte protestantische Geistliche an. Kaspar Pflug aber wurde zu seinem Unglücke mit in die politischen Wirren seiner Zeit hineingerissen, indem er von den protestantischen Ständen zum Anführer ihres Heeres gewählt wurde. Nach dem Prager Blutgerichte 1547 wurde Pflug, der nach Sachsen geflohen war, geächtet; seine Güter wurden confisciert und Schlaggenwald, Schönfeld und Lauterbach wurden zu kaiserlichen Bergstädten erhoben. Schlaggenwald erfreute sich wegen seines reichen Bergsegens ganz besonders der Gnade Kaisers Ferdinand I. Die Bewohner genossen volle Religionsfreiheit und Schlaggenwald erhielt ums Jahr 1547 ein kaiserliches Berg-Oberamt, ein neues Stadtwappen und im Jahre 1555 eine lateinische Schule, die sich bald eines bedeutenden Rufes erfreute. Die Lehrer wurden durch Philipp Melanchthons Vermittelung beigestellt. Im Jahre 1615 kaufte Schlaggenwald
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