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Fortsetzung von Hugo Prasse, Mühlacker.
Weitere ausführliche Ortsbeschreibungen von den nach Schlaggenwald eingepfarrten Gemeinden aus dieser Zeit folgen.
Pol. gem., Pf. und Post gl. N.
Die alte Bergstadt Schlaggenwald liegt in einem engen, von dem Fluthbache durchflossenen Thale, durch welches sich die von Schönfeld nach Elbogen führende Straße dahinzieht. Von der inneren Stadt aus erstrecken sich lange Stadttheile in zwei Seitenthäler, nämlich die „Leßnitzgasse" und die „Seifertsgasse". Beinahe isoliert und nur durch eine öfters unterbrochene Häuserreihe mit der inneren Stadt verbunden liegt der Ortstheil „Obere Gasse". Die Stadt hat 560 Häuser, unter welchen folgende hervorragende Gebäude zu nennen sind:
Das Rathaus auf dem Ringplatze, ein schönes, alterthümliches Gebäude; welches im Jahre 1583 in seiner heutigen Gestalt errichtet wurde. Es ist mit vielen Giebeln und einem Thurme geschmückt und trägt an der Vorderseite das Ziffernblatt der Uhr und drei große Wappenschilder mit Reichs-, Landes- und Stadtwappen. Die Decanalkirche zu Sct. Georg mit einem 32 m hohen Thurme erhebt sich auf einer Berglehne im Osten der Stadt. Sie wurde erbaut zu Anfang des 14. Jahrhunderts und unter Johann Pflug 1520-1525 bedeutend erweitert und vergrößert. Die Sct. Annakirche mit einem Thurme wurde nach dem Brande am 4. Mai 1713 neuerbaut und im Jahre 1772 von Elias Dollhopf mit schönen Deckengemälden al fresco geziert.
Die Corpus Christi-Kapelle wurde 1736 erbaut. Die Sct. Josefskapelle außerhalb der Stadt wurde 1687 erbaut. Die sogenannte alte Schule, der Georgskirche gegenüber, wurde gleichzeitig mit dieser im Jahre 1525 erbaut. In diesem Gebäude war bis 1863 die Volksschule, von 1873 bis 1887 die Knabenbürgerschule untergebracht.
Das Mädchenschulgebäude, auf einem freien Platze, zweistöckig; mit 8 Lehrzimmern und Schuldienerswohnung, wurde im Jahre 1862 erbaut.
Das Knabenschulgebäude steht auf einer Anhöhe mitten in einem Garten, ist zweistöckig und enthält 7 Lehrzimmer, Zeichensaal, Lehrmittelzimmer, Directionskanzlei; Directors- und Schuldienerwohnung. Es wurde im Jahre 1887 an der Stelle des ehemaligen Amtshauses erbaut.
Ferner: das Annenspital, erbaut 1842; das Pflughaus; das Bräuhaus, erbaut 1880, die großartige Porzellanfabrik der Firma Haas & Czjzek, gegründet im Jahre 1782 als erste Porzellanfabrik Böhmens.
Schlaggenwald hat 4073 Einwohner, die sich fast durchwegs zur katholischen Kirche bekennen. Seit Auslassung des Bergbaues beschäftigten sich die Bewohner mit Ackerbau, Gewerbe und Industrie. Unter letzterer ragt die Porzellan- und Webeindustrie hervor. Unter den Gewerben stehen obenan die Gerberei und die Zinngießerei.
Für die geistige Ausbildung sorgen eine vierclassige Volksschule und eine Knaben- und Mächenbürgerschule. An diesen Anstalten wirken 8 Volksschullehrer, 6 Bürgerschullehrer, 2 Industriallehrerinnen, 1 Katechet und 1 Director.
Fast durch hundert Jahre besaß Schlaggenwald eine lateinische Schule. Nach Aufhebung derselben 1624 stellte der Stadtrath einen deutschen katholischen Schulmeister an. 1645 wurde ein zweiter Lehrer angestellt. 1836 wurden die Mädchen von den Knaben getrennt und es bestand neben den drei Knabenclassen noch eine Mädchenclasse. 1844 wurde die zweite, 1858 die dritte Mädchenclasse ins Leben gerufen.
Es bestanden jetzt 3 Knabenclassen und 3 Mädchenclassen. 1868 wurde die gesammte Schule vierclassig. 1869 wurde die Knabenschule und 1880 die Mädchenschule fünfclassig. Am 1. October 1873 wurde die Knabenbürgerschule eröffnet und
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