Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 144
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Biskup Jan Nepomuk Neumann: syn Šumavy a biskup ve Philadelphii

Das Jahr des eucharistischen Weltkongresses 1960 in München, also 100 Jahre nach dem Tode Bischof Neumanns, war auch ein „Bischof Neumann-Jahr", mit dem Höhepunkt am 2. August mit einer großen Feier in der 5000 Menschen fassenden Bayernhalle in München. Es folgte die Großaktion der 100.000 Unterschriften mit der Petition der sudetendeutschen Katholiken an den Heiligen Vater und ein Triennium des Betens und Wallfahrens um die Seligsprechung. Was viele herbeisehnten und herbeibeteten wurde im Jahre 1963 Wirklichkeit. Die feierliche Seligsprechung durch Papst Paul VI., die erste Seligsprechung seines Pontifikates am 23. Juni 1963, war ein großer Tag für die amerikanischen und die sudetendeutschen Katholiken. Für alle aber blieb die Heiligsprechung das große Ziel. Weihbischof Kindermann hat diesen Tag nicht mehr erlebt, für uns kommt der Tag schneller als wir glaubten.

Bei einem Besuch in Rom, am 23. Februar 1976, erklärte mir der Postulator der Heiligsprechung, der italienische Redemptoristenpater Ferrante, daß nach Anerkennung der geforderten Wunder der Heiligsprechungsprozeß vor dem Abschluß stünde und daß die amerikanischen Katholiken die Feier der Heiligsprechung noch in diesem Jahre 1976 wünschten, da die Vereinigten Staaten das 200-Jahrjubiläum der Gründung feiern und in Philadelphia der eucharistische Weltkongreß stattfindet. Dies bestätigte mir auch Erzbischof, Kardinal Krol, in einem Schreiben vom 25. März 1976: „Die Bischöfe unserer Nationalen Konferenz, die Priester und die Laienschaft sind sehr darum bemüht, die Heiligsprechung zum frühest möglichen Zeitpunkt zu feiern. Es wäre sehr passend u. vorteilhaft für die Kirche in den Vereinigten Staaten, wenn die Heiligsprechung im Jahre der Zweihundertjahrfeier unserer Nation stattfinden könnte. . . die Würdigung seines Lebens und seiner Verdienste würde ein Glanzlicht sein, in dem unser Land den 200. Geburtstag seiner Gründung begeht. Wir sind daran interessiert, mit Ihnen und mit allen, für die Sie stehen, zusammenzuarbeiten und wünschen überaus ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten, auf die wir hoffen, unterworfen dem Willen der göttlichen Vorsehung." Der Vicepostulator P. Litz vom Kloster St. Peter in Philadelphia schreibt unter dem 24. März 1976: „Wir begrüßen Ihr Interesse an der Heiligsprechung zu einem nicht allzufernen Zeitpunkt.

Möge die Heiligsprechung Bischof Neumanns Trost und Freude dem Volk seines Geburtslandes bringen. Gott gewähre ihnen bald durch die Fürsprache des Seligen John Neumann eine rasche Rückkehr zu ihrem früheren und freien Leben. . . Als Redemptoristen sind wir sehr glücklich über den ersten nichtitalienischen Redemptoristen, den hl. Clemens Maria Hofbauer aus Mähren, ebenso wie über den ersten Redemptoristen der Neuen Welt, den Seligen John Neumann aus Prachatitz und über den Bischof Frederic Baraga, einen Slowenen, dessen Prozeß der Heiligsprechung hier in der Diözese von Marquette gefördert wird: drei heilige Söhne des alten Böhmen (richtiger des alten Österreich)."

In Königstein laufen nun die Vorbereitungen für die Heiligsprechung auf vollen Touren. Das sudetendeutsche Priesterwerk, das Haus der Begegnung und die Ackermann Gemeinde wird den Pilgerzug vorbereiten und das römische Programm. In den Königsteiner Publikationen und in den Heimatblättern werden wir laufend berichten. Wir alle aber wollten beten, daß Gottes Versehung den Tag beschleunige, an dem wir die Heiligsprechung festlich begehen können. Möge der Heilige des Jahres 1976, der gewiß 3 Nationen und der ganzen Kirche gehört, besonders denen ein großer Fürbitter sein, die Kinder seiner Heimat sind.

Prälat Dr. Karl Reiß, Sprecher der sudetendeutschen Priester

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