Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 144
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Veselý domov – anekdoty z dávných krajanských dopisů

Heitere Heimat

Aus längst vergessenen Heimatbriefen

In der guten alten Zeit, als auch bei uns in Schlaggenwald, das bekannte „oft herzige Häusle" noch hinter dem Haus stand, unterkam dem Vater nach einem kurzen Besuch desselben ein kleiner Toilettenfehler. Sowas kann wohl mal vorkommen. Ein bißchen zerstreut, ließ er aber „auch" das Türl des besagten Häusle weit offen. Ruft da der Eugen leicht empört zum Fenster raus: „Våter, måch doch des Türl zou!" „Ach," antwortete der Vater, "wenns auch a bißl durchzöiht, des schad ja nichts."

Dou is amål da ålta Kloutz va Löisnatz in Schlaggewal im Houchamt gwesen u ran Sunntich fröih. Nouch'n Houchamt is er donn aff da Rauthausseiten üwarn Markt no gonga u va da Opathekn vuarbei. Da Opathecha hout doch allewal Sunntich fröih offn ghatt u de Herr Opathecha is mit sein weißn Mantel unter der Tür gstonden.
Af amål bleibt da ålta Kluatz stöih u sagt:
„Vetta, wos wiard denn dou vakaaft?
„Maalaffn", sagt der Opathecha.
Mechts da alta Kluatz draf: „Hm, dou mouß owa schårf zougonga sei, wal nua nuch uiner doustäiht."

Ein Egerländer liegt im Sterben, er ruft seine Frau ans Bett und sagt zu ihr:
Hurch Olta, mit miar wiard's bal aus sei, ich möcht mein letztn Wühln bekonntgebm, damit nouchher unter unarn Kinnarn ka Streit wird. Die goldene Uhr gist an Hans.
Wos? sagt dou die Bäuerin, en Hons, na na, döi kröigt dea niat, häit dea sei silberne Uhr niat vasoffn! Döi Uhr kröigt da Josef.
Also gout, giest sa hålt an Josef, sagt der Bauer.
En goldene Ring mit dean blaua Staa, dean gist an Wenzl.
Ha, Ha, låcht die Bäuerin, wos braucht da Wenzl an Ring, dearn kröigt da Koarl, der hout nuch kan.
Nu meinetwegn soll nan da Koarl nemma," mächts da Baua zurnich.
Es blaue Gwandl, mit dean weißn Strafflen gröigt da Anneres.
Naa, dou wiard nix draus, dös Gwandl kröigt da Heinrich, dean paßt dös besser, sågt die Bäuerin.
Nu kreiz nuch amål, sågt der Bauer, „Olta, stirbst Du oder ich?"

Der Herr Lehrer behandelt den menschlichen Körper. Zuerst kommt der Kopf, dann der Hals, die Schultern, die Brust . . . und was kommt dann, fragt er die Schüler. Da meldet sich der kleine Erich in der vorletzten Bank.
„Herr Lehrer", sagt er etwas schmunzelnd, „dann kommt das Wamperl".

Es ist nachts 2 Uhr. Zwei ältere Herren geh'n vom „Schöin Bürger" heim. Da läßt ein lauter Ton die Luft erdröhnen. Beide lachen herzhaft auf. Da sagt der Fritz zu seinem Nebenmann:
„Siehst du, das ist das einzige, was noch steuerfrei ist."

Herr Katechet Schmidt erzählt den Kindern in der Religionsstunde, wie Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat.
Da springt der kleine Franzl von der Kirchstaffl auf und ruft voller Entrüstung: „Herr Katechet, das stimmt nicht, ich hab heute früh Herrn Appel noch gesehen, wie er im Konsum Fleisch verkauft hat."

Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, 8756 Kahl am Main Siedlungsstraße. — Postscheckamt 1, 6 Frankfurt, Konto-Nummer 3271 95. — Preis je Stück 2.20 DM Satz und Druck: Buchdruckerei Emil Kolb, 8757 Karlstein/Main, Postfach 1145, Telefon (0 61 88) 51 41

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