Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 143
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Dopis krajanům k jaru 1976 – o vděčnosti, vzpomínkách a poválečných letech

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gekannt. Noch immer sehe ich die Eisenbahnzüge mit den wie Trauben daran klammernden Menschen, die für das letzte Hemd oder Leinentuch die wenige Tauschware heimwärtsschaffen wollten. Heute wird die Landwirtschaft schon Jahrzehnte subventioniert und davon spricht man nicht wieviele Milliarden das uns kostet. Aber den Vertriebenen hält man immer wieder vor, welche Leistungen man für sie erbringt. Wer ist heute wiederum der Hauptnutznießer von Staats- und Gemeinschaftsgeldern? Nur die, die damals keine Hand für den Wiederaufbau gerührt haben; denn wenn eine Kuh im Haus war, galt die Ernährungslage als gesichert und man hatte ja den Nachweis, eine Tätigkeit daheim auszuführen. Folglich war es nicht nötig anderswo Trümmer und Schutt wegräumen zu helfen. Heute sieht es anders aus. Man schloß den landwirtschaftlichen Betrieb und nahm Arbeit in Nähe der Wohnung auf. Da man nichts gelernt hatte, wurde man auch arbeitslos. Hat man das Alter erreicht, bekommt man die Rente. So einfach ist das bei anderen Volksschichten, um seinen Teil vom sogenannten Volksvermögen zu bekommen. Wie sähe wohl die Bundesrepublik aus, wenn die 10 Millionen Flüchtlinge nur protestiert und nicht gearbeitet hätten. Mit ihrem Fleiß und ihrer Sparsamkeit haben sie den Wiederaufbau gefördert. Die 10 Millionen Vertriebenen haben eine erhebliche arbeitende Masse im ganzen Volke dargestellt. Ohne sie wäre kein Wirtschaftswunder möglich gewesen. Vertriebene und Ausgebombte mußten zupacken, wenn sie damals überleben wollten.

Inzwischen ist eine neue Generation herangewachsen. Wohin sie den Staatskarren schieben wird, ist noch nicht klar. Allerdings sollten die 1½ Millionen Arbeitslosen und ebensoviele Kurzarbeiter zu denken Anlaß geben. Zusätzlich belastet uns alle die Teuerung oder Inflation, wie sie es so schön umschreiben. Alles was aus der Landwirtschaft kommt wird teurer. Milch, Fleisch — wenn ich so bei den Hausfrauen herumhöre, so erfährt man immer wieder, daß sich der Sonntagsbraten gar so verkrieche, wenn er in der Pfanne schmoren soll. Man könnte meinen, er habe Angst, daß er nicht ganz aufgezehrt wird. Die Hausfrauen aus unserem Heimatgebiet wissen davon zu berichten, daß sie aus einem „Viertling Schweinerem" einen Braten und dazu reichlich eine gute Tunke machen konnten. Das gelingt heute mit einem Kilo nicht mehr. Sollte das nicht etwas übertrieben sein? Ich bitte daher um Nachsicht.

Wir hören die Klagen, daß keine Lehrstellen für die jungen Leute vorhanden sind. Nun, vor 50 Jahren waren in unserer Heimat nach dem verlorenen ersten Weltkrieg sehr schwere Zeiten. Aber jeder war bestrebt, ein Handwerk zu erlernen. Unsere Handwerksmeister im Ort und auch außerhalb haben prächtige Leistungen in der Lehrlingsausbildung erbracht und manchen Meister geformt. Woran lag das? Damals gab es für uns Lehrlinge keinen 8 Stundentag und man hat eben zugreifen müssen, wenn es einmal nicht beruflich bildende Arbeit zu erledigen gab. Hat das uns geschadet? Doch wie ist es heute? Dem „Herrn Lehrling" täte Not, der Meister putze ihm noch die Schuhe. Außer den hohen sozialen Belastungen steht er noch unter der Aufsicht der Gewerkschaften. Nun sehen wir wohin die jungen Leute kommen. Ohne Beruf ist man eben ein Nichts. Das haben unsere Ahnen nicht geduldet, und es gab immer einen guten Handwerkerstand in der alten Heimat. Man könnte auch weiter fragen, was wohl einst mit den vielen „Studierten" werden soll. Man spricht ja heute schon davon, daß der nächstens einzustellende Straßenkehrer zumindest sein Abitur haben soll. Dabei baut man noch größere und feudalere Studieranlagen. Im alten Griechenland hat man auch solche Palaverstätten gehabt, aber dann sind sie zugrundegegangen und auf ein Niveau gesunken, von dem sie sich viele Jahrhunderte nicht mehr erholen konnten. Die Zeit hat sich geändert! Früher haben sich die jungen Leute in Vereinen zusammengeschlossen, in der Freizeit im Turnverein mit Gleichgesinnten körperlich ertüchtigt, es wurde gewandert u.a.m. Heute ist die Geselligkeit in die „Diskothek" verlagert worden. Im Qualm und Lärm verbringt man

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