Klischees u.a. ergeben einen hohen Betrag. Dazu erhebt die Bundespost nochmals im Jahr einen Pauschalbetrag von 60 DM.
Immer wieder schreiben mir Landsleute, daß der HB für sie viel Freude bringt und sie hoffen, daß er weiterhin herausgegeben werde. Auch ich freue mich über diese Zuschriften; sie geben mir Auftrieb und ich will mich trotz der Hindernisse um die Herausgabe bemühen. Ist doch dieses Mitteilungsblatt nur noch die einzige Verbindung, die wir zur alten Heimat und deren einstigen Bewohner haben. So manche schöne Begebenheit wurde uns durch den HB vermittelt. Viel Freunde und Bekannte haben wir durch den HB wiedergefunden. Die Erinnerung an unsere schönen Bräuche, die immer wieder durch den HB vermittelt werden, lassen uns die alte Heimat nicht vergessen, auch wenn sich dort so vieles verändert hat und manches entstellt wurde. Im Geiste gehen wir immer durch die einstigen Gäßchen, die holprigen Wege, die uns keine Beschwerden und Mühe machten. Wir waren es gewöhnt, mit festen Füßen die „Katzenköpfe" zu begehen.
Daß wir heute einen besonders guten Stand haben, ist durch unseren Fleiß, den wir in der jetzigen Heimat entfalteten, bewiesen. Es gibt fast keine Landsleute aus unserem Städtchen und den dazu gehörigen Ortschaften, die sich nicht einen bescheidenen oder auch einen größeren Wohlstand geschaffen haben. Aber auch die Treue zum Althergebrachten ist immer noch in uns tief verwurzelt. Wir brauchen keine „Nostalgie", wie man heute die vergangenen Zeiten mit der damaligen Lebensart benennt. Wir lassen alles weiter in uns leben, wie es die Ahnen uns vorgelebt haben. Dabei sind wir dem Neuen recht aufgeschlossen und was gut ist, setzen wir zu unserem Nutzen ein. Ich meine, daß wir dabei gut gefahren sind. Die Ehrfurcht vor dem Allmächtigen und der Glaube — den wir allerdings nicht als Aushängeschild benutzen — hat manchen von uns in schwerster Zeit aufgerichtet und mit Gottes Segen wurde Großes geleistet. Wenn ich die Nachkommen unserer Generation aus den Vertreibungsländern betrachte, so können wir stolz auf sie sein. Alle haben sie die neue Lage gut gemeistert und in sehr vielem uns übertroffen. Fast scheint es so, als wollten diese jungen Leute wetteifern in der Treue zur Heimat ihrer Väter. Auf allen Treffen kann man immer einer großen Anzahl junger Landsleute begegnen. Das Zusammengehören ist wohl in keinem Volksstamm so ausgeprägt wie in den Stämmen der ehemaligen Deutschen der zu Österreich gehörenden Ländern Böhmen, Mähren und Schlesien. Nach 30jähriger Vertreibung bekunden sie auf den Pfingsttreffen in Massen ihre Zusammengehörigkeit. Daß diese gewaltigen friedlichen Demonstrationen gegen das Verbrechen der gewaltsamen Vertreibung vom Jahrhunderte alten Besitz den nach Osten tendierenden Politikern nicht gefällt, ist uns klar und deshalb sähe man es gerne, wenn solche Zusammenkünfte unterbunden würden. Aber unsere Beharrlichkeit soll solches Unrecht verhindern helfen. Es soll allen Völkern klarmachen, das Recht auf die von den Ahnen einst unter unsagbaren Mühen geschaffene Heimat zu respektieren. Nur selbst heimatlose Menschen können derartige Verbrechen, wie sie an uns Sudetendeutschen begangen wurden, aushecken. Wie konnte es das amerikanische Volk unter dem damaligen Präsidenten Roosevelt — und schon viel früher unter Wilson — zulassen, daß so ein gewaltiges Unrecht geschehen durfte. Gewiß, Haß macht blind. Aber man hat die Deutschen nicht ausrotten können, wie es eine bestimmte Gruppe gewollt hat. Auch hat man sie nicht alle von dem totalen Geiste befreien wollen, sondern man überließ einen großen Teil den Sowjets. Sollte das wohl wieder einen Anstoß zu europäischen Konflikten geben? Da dürften sich diese Planer aber gründlich geirrt haben. Eine gewaltsame Wiedervereinigung wird es von westdeutscher Seite nie geben, selbst wenn das Gerangel um Berlin noch dramatischer werden sollte. Es gehört wahrlich Mut dazu noch an die Ehrlichkeit so mancher Politiker zu glauben und ihnen zu vertrauen. Was heute vorgelebt wird, das hat es schon im finstersten Mittelalter gegeben. Nur
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