Ehrungen von Landsleuten:
Landsmann Alfred Endisch wurde wegen seiner Verdienste und für seine aufopfernde Tätigkeit in der Egerländer Gmoi z' Goldbach bei Aschaffenburg, deren jahrelanger Vüastäiha er gewesen ist, mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnet und zum Ehrenvüastäiha ernannt.
Landsmann Hermann Tischer in Hofgeismar wurde im März 1975 das „Goldene Lorbeerblatt" vom Bundesverkehrsministerium für 50 Jahre unfallfreies Fahren überreicht. Eine stolze Leistung. Wer von uns Jüngeren kann so eine Fahrtugend nachweisen? Hermann Tischer war lange Jahre Kraftfahrer, Pkw, Lastwagen und Omnibusse hat er bewegt. Zuletzt war er in Graslitz bei der staatlichen Kraftfahrunternehmung für Omnibusse in Sachsen als Fahrdienstleiter tätig. Seine ganze Liebe als junger Mensch galt der Autofahrerei, aber auch der Eisenbahn. So hat er im Jahre 1921 schon die Lokheizerprüfung in Komotau abgelegt und 1922 die Lokführerprüfung. Es war ein mit vielen Berufszweigen erfülltes Leben. Wir wünschen Dir, lieber Hermann, weiterhin „gute Fahrt!"
Verschiedene Mitteilungen
Einige HB-Bezieher scheinen der Meinung zu sein, es käme alle Monate der Heimatbrief heraus. Ich gebe nochmals bekannt, daß der HB nur viermal im Jahr erscheint. Es ist sehr schwer noch nach 30 Jahren Vertreibung von Erlebnissen aus der verlassenen Heimat zu berichten. Der Heimatbrief ist nun einmal dazu erdacht worden recht viel über die Heimat zu erzählen und zu berichten, damit die Verbindung unter uns bleibt und das Heimweh etwas gedämpft werden sollte. Noch verbindet uns der Heimatbrief miteinander. Ich bitte daher die Landsleute alle Begebnisse und Erlebnisse mir zu berichten, damit ich den Heimatbrief lebendig gestalten kann. Ich denke, daß nicht nur unsere lieben Toten ein ganz besonderes Interesse erwecken. So mancher hat bestimmt ein Histörchen erlebt bei der sog. Wiedereingliederung hier. Es gab doch bestimmte Schwierigkeiten auf den Ämtern zu überwinden, die heute von Interesse wären zu erfahren. Es war doch als „Flüchtling" — wie man uns noch heute gern betituliert — sehr schwer Anerkennung zu erringen. Auch denke ich an unsere Landsleute in Übersee und im europäischen Raum, die sich unter außergewöhnlichen Umständen eine Existenz aufbauen mußten. Denn sie trafen drüben in Kanada, Amerika und Südamerika ganz harte Gegensätze an, die sie meistern mußten, um den Daseinskampf zu bestehen.
Trotz meiner Bitten bei Familiennachrichten etwas mehr Text zu schreiben, wird dies immer wieder unterlassen. Woher soll ich wissen wie die Frauen mit ihrem Mädchennamen heißen. Auf den mir zur Verfügung stehenden Karteikarten ist meistens nur der Name des Ehemannes aufgeführt. Bei Sterbefällen ist nie ein Beruf des Heimgegangenen angegeben. Bei Hochzeiten keine Anschriften usw. Es dürfte doch nicht so schwer sein einige Zeilen zu schreiben. Bei Silber- oder Goldenen Hochzeiten fast nie wo geheiratet wurde. Bei Zuschriften: „Meine Eltern haben goldene Hochzeit", . . . was soll ich damit anfangen?
Neue Heimatbriefbezieher:
Im August 1976 konnten unser Landsmann Rudolf Paulus mit Gattin zu ihrem Sohn aus der DDR nach Offenbach am Main aussiedeln. Rudolf Paulus war Angestellter bei H & C in Schlaggenwald und ist der Sohn von Bandagist Paulus. Seine neue Adresse ist 605 Offenbach/Main, Johs.-Morhart-Str. 22. Heimatbriefbezieher durch Hermann Häuser in Goldbach.
M. Gräf, Ulmenweg 28, 8750 Aschaffenburg-Nilkheim, durch H. Häuser.
Anni Hoffmann, Ganghoferstraße 2, Berghof, Berchtesgaden.
Anton Rippl, Simmersbacher Weg 3, 6341 Gönnern, Marburg-Biedenkopf. Lm. Rippl war Fleischermeister in Karlsbad.
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