Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 142
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Komawogn – vůz s výbavou pro nevěstu

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und nahm einen Laib Brot, Salz, Mehl, den Haussegen und den Herrgott, das sogenannte Kruzifix vom Wagen. Sie ging als erste in die der Tochter zugedachte Wohnung, wobei sie den Herrgott vor sich hertrug. Es war Brauch, daß er als erster die Schwelle der neuen Behausung überschreiten mußte. Nach dieser Zeremonie fuhr der Wagen zum Hoftor hinein und das Abladen und Aufstellen der Möbel begann. Viele Hände schafften ein baldiges Ende und alles stand auf den vorgesehenen Plätzen. Nur ein Bild über

[obr] Der Komawogn mit unseren Dorfschönen

den Brautbetten fehlte noch. Der Bräutigam wurde von den Frauen aufgefordert es dort anzubringen. Wie er mit Nagel und Hammer ankam, da packten ihn die resolutesten Frauen und warfen ihn auf das Bett und zogen die Federn über ihn.
Dabei stellten sie fest, daß ein Kissen abhanden gekommen war. Dieses Kissen hatte ein Freund beim Seidenbandspannen heimlich vom Wagen genommen und es ins Wirtshaus mitgenommen. Darüber waren die Frauen erbost, als sie die Betten herrichteten. Nun mußte der Bräutigam versprechen, diese Kissen im Wirtshaus auszulösen, ansonsten werde er im Bett festgehalten. Auch mußte er das Versprechen geben, ein allzeit guter Ehemann zu sein. Erst dann ließen sie ihn frei. Abermals ging es ins Wirtshaus, und es wurde eine gründliche Brauteinzugsfeier abgehalten, obwohl die Braut erst einige Tage später in ihr neues Heim einzog.

Für die Frauen, die mitgekommen waren, hatte die Mutter des Bräutigams eine gute Abendmahlzeit hergerichtet, der nun fleißig zugesprochen wurde; denn nach dem fleißigen Hantieren mit dem Auf- und Abladen, den Aufstellen und Einrichten der Behausung, hatte sich der Abend angemeldet und der Appetit eingestellt.

Mir war diese Begebenheit tief in das Gemüt gebettet und ich denke oft an diese Zeit zurück. Aber nach dem ersten Weltkrieg hatte sich auch in unserem Ort Gewaltiges verändert. Das elektrische Licht hielt Einzug und spärlich wurden einige Wege im Ort beleuchtet. Solche prächtige Komawogn gab es doch lange Zeit nicht mehr.

Anna Kempf (Lettgenbrunn)

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