Unser Treffen in Auerbach/Opf.
Das Treffen unserer Landsleute in Auerbach war wie immer ein frohes Wiedersehen. Die gemeinsam verbrachten Stunden waren ausgefüllt mit Händeschütteln und Begrüßungen. Nach meinem Gefühl dürfte es für lange Zeit das letzte Treffen gewesen sein, das in der Patenstadt Auerbach abgehalten wurde. Die Last der Organisation, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist für Landsmann Toni Kunzmann zu groß. Mit 70 Jahren hat man eben die Energie nicht mehr, die dazu nötig ist. Ja, wenn ihm die Stadtverwaltung eine Unterstützung durch Stellung eines Gemeindearbeiters gewährt hätte, vielleicht wäre manches für ihn doch leichter zu machen gewesen.
Der Stadtteil, in dem die Landsleute sich besonders zusammenfanden, bot keinen herzlichen Willkommensgruß. Aufgerissene Straßen und Gehwege, die fast ein artistisches Gehen abforderten, haben auf uns keinen günstigen Eindruck gemacht. Wenn es bekannt gewesen wäre, daß die Patenstadt eine solche Verschönerung in der Zeit unseres Verweilens vornimmt, hätten wir unser Wiedersehen mit Auerbach wohl auf einen späteren Termin gelegt. Trotzdem — es waren schöne Stunden, die jeder in unserer Gemeinschaft verleben durfte.
Ein besonderes ergreifendes Ereignis ist stets unser Friedhofsgang und das Gedenken unserer Toten an der Gedenkstätte. Mit den Klängen der Trauermärsche und hinter den Fahnen der verschiedenen Vereinsabordnungen von Auerbach — dabei möchte ich die Fahne der Schlaggenwalder Gmoi von 1920 ganz besonders hervorheben, die zur Zeit die Egerländer Gmoi zu Goldbach besitzt — hat sich ein ganz hübsches Häufchen Landsleute bewegt. Auerbacher Bürger haben nur verzagt aus einigen Fenstern geschaut. Wie schön, wenn sie an dieser Feier teilgenommen hätten, das hätte das Bewußtsein des Zusammengehörens sehr in uns gestärkt. Nun Paten sind halt auch launisch. In dieser Geste lag bestimmt nicht die Absicht uns zu diskriminieren. Der liebe Gott hat es mit uns an beiden Tagen gut gemeint. Es war ein echtes Bilderbuchwetter. Aus einem blauen Himmel strahlte die Sonne.
Hier möchte ich mich ganz besonders bei unserem Landsmann Herrn Prof. Völkl bedanken, der uns eine herrlich schöne deutsche Messe gehalten hat, und die Predigt im Sinne der Teilnehmer gestaltete. Es war zum ersten Male, daß wir die Messe gemeinsam in der Stadtpfarrkirche besuchten. So hatten wir einen hohen Geistlichen aus unserer alten Heimatstadt unter uns und kamen uns darum nicht vereinsamt vor. Noch immer haben wir alle einen guten Hirten nötig. Strömt doch noch immer die Geborgenheit unseres Glaubens auf uns. Wir brauchen uns solcher Gefühle nicht zu schämen. Sie sind notwendig, um viel Schönes erkennen, gestalten, und im Leben oft Schweres leichter ertragen zu können.
Meinen Dank an die hübschen drei Frauen in Tracht; „Tochter von Toni Kunzmann mit Enkelin und Frau Heinzel", die durch ihre Begleitung unsere Fahne wunderbar umrahmten. Im Wiederholungsfalle sollten einige Landsleute den Mut fassen und sich ein Beispiel nehmen eine Tracht anzuziehen und die Fahne mitbegleiten.
Wegen der Egerländer Tracht braucht man sich wahrlich nicht zu schämen. Ein ganz besonderes Dankeschön sage ich unserem Kunzmann Toni. Es waren schöne Stunden, die Du uns bereitet hast. Wie viele Landsleute genau anwesend waren, läßt sich nur schätzen. Ich nehme an, daß es zwischen vier- bis fünfhundert waren. Für unser ehemaliges Heimatgebiet ist dies eine stattliche Teilnehmerzahl, denn man muß den weiten Reiseweg in Betracht ziehen, den viele Teilnehmer auf sich nahmen. Und viele Landsleute können aus mancherlei Gründen nicht mehr dabei sein. Leider ging man auf meine Anregung für die Herausgabe des HB einen anderen zu
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