Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 141
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Od rudy k porcelánu – kapitola z dějin starého Horního Slavkova

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gießer aus Schlaggenwald. Auch im Zinnfigurenmuseum in Kulmbach kann man heute wieder (nach dem Wiederaufbau — zerstreut durch Bomben) einige Proben und Zeugnisse der einstigen Schlaggenwalder Zinngießerkunst bestaunen. Schon zum Ausgang des 18. Jahrhunderts hatte man in Schlaggenwald erkannt, daß der Erzbergbau auf „tönernen Füßen" stand und man war bestrebt, eine andere Verdienstmöglichkeit zu schaffen. — In einer der letzten Heimatbriefe, hat Ing. Prosch Karli ausführlich über den Bergbau fachmännisch geschrieben. Stockschacht Hub.

Das Jahr 1792 ist deshalb in den Analen unserer Stadt von größter Bedeutung — wurde doch in diesem Jahr der Grundstein für die Porzellanmanufaktur in Schlaggenwald der nachfolgenden weltweit bekannten Porzellanfabrik von Haas & Czjzek gelegt.

Ein gewisser Haberditzel aus Rabensgrün versuchte „porzellanähnliches Geschirr" zu erzeugen. Das war der Anfang! Seine praktischen Erfahrungen nützte ein Bergmeister namens Georg Paulus aus und schaffte damit die Voraussetzungen zur Errichtung der Firma von Haas & Czjzek im Zechtal zu Schlaggenwald (1792). In zäher Aufbauarbeit während der folgenden Jahre und Jahrzehnte, entwickelte sich dieser kleine Betrieb aus seinen bescheidenen Anfängen heraus, mit allerhöchster Unterstützung vom Kaiserhof, zu der größten Porzellanfabrik in Böhmen. In den ersten Jahren mußte das Rohmaterial nur mit Hilfe von Ochsengespannen und Pferdefuhrwerken beigeschafft werden. Erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie — Neusattl — Elbogen — Schlaggenwald — Schönwehr, im Jahre rund um 1900, wurde die Versorgung der Firma mit den notwendigen Rohstoffen gewährleistet. Bei der Bahnhaltestelle „Zech" wurde ein Anschlußgeleis gelegt und der sogenannte Bremsberg gebaut. (Der Manager vom Bremsberg war ein bekannter Musiker und allen bekannt als der „Bremsbergschindler"). Über diesen Bremsberg wurde von nun an die Kohle, der Ton, das Kaolin, Feldspat und alle anderen notwendigen Materialien zu den großen Lagerstätten auf Rollwägen der Firma geleitet. Auch der Abtransport des fertigen Porzellans ging über diesen Weg. Sogar die großen Holzfässer, die für die Verladung und den Transport des Porzellans nach Übersee notwendig waren (sie wurden in Lauterbach — Ehrlich gefertigt), kamen über den Bremsberg direkt zur Eisenbahn. Wie weltweit der Export des Schlaggenwalder Porzellans war, zeigt der Katalog der Städte, die damals vielen von uns in weiter Ferne lagen, heute aber, durch die politischen Ereignisse, jedem Kind über Presse, Rundfunk bekannt sind. Kairo — Jerusalem — Haifa — Beirut — Farmagusta — Saloniki — Istanbul — Athen — Barcelona — Madrid — Lissabon — Sofia — Belgrad und viele andere mehr. Zu diesen Exportländern kamen noch die fabrikseigenen Auslieferungslager und Geschäftsniederlassungen in Prag — Wien — Budapest — Milano — Graz. Sogar in New York hatte die Firma einen großen Kundenkreis und die Dollarschecks waren in der damaligen Zeit sehr begehrt. Der Export der Firma Haas & Czjzek betrug damals rund 70 bis 75 % (Diese Namen sind mir noch gut in Erinnerung). Kurz vor dem 2. Weltkrieg, als die geschäftlichen Beziehungen zu vielen Ländern allmählich „einfroren", waren viele Waggons mit dekoriertem Porzellan nicht mehr zu verkaufen und wurde auf Lager genommen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Sudetenland war dieses Lagerporzellan eine sehr begehrte Ware. In kürzester Zeit war auch das letzte Stück, die letzte Tasse verkauft. Nun begann ein neuer Aufstieg der Firma, die während der Tschechenjahre sich nur unter größten Anstrengungen als deutsche Firma behaupten konnte.

Im Oktober 1938 zerstörte ein Großbrand im oberen Brennhaus den 9. und 10. Ofen (Fassungsvermögen von einem Ofen ca. 70 bis 80 qm). Mit Hilfe der deutschen Soldaten wurde dieser Brand rasch gelöscht, obwohl der für solche Katastrophen vorgesehene Flutbach zur Zeit des Brandes fast kein Wasser führt. Nach dem Brand wurde alles wieder aufgebaut und gleichzeitig der Betrieb renoviert und moder-

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