Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 141
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Od rudy k porcelánu – kapitola z dějin starého Horního Slavkova

Von der alten Bergstadt Schlaggenwald

In der letzten Ausgabe des Heimatbriefes habe ich versprochen, einige geschichtliche Begebenheiten und Vorkommnisse aufzuzeigen, die sich mit der Entwicklung unserer alten Heimatstadt in Bezug auf ihre strukturelle Entwicklung befassen, speziell der Wandel von der einstigen „Erzzeit" zur Porzellanepoche soll heute Thema meines kurzen geschichtlichen Aufrisses sein.

Schon in ganz früheren Jahren wurden im Erzgebirge edle Erze abgebaut, in Eule — Bergreichenstein — bestanden frühzeitig primitive Goldwäschereien. Iglau — Kuttenberg — Deutschbrod und viele andere deutsche Bergstädte in Böhmen, verdanken ihre Entstehung und die nachfolgende Bedeutung dem Erzabbau.

Auch Schlaggenwald war eine dieser Bergstädte, die ihre Existenz und ihren Aufschwung einzig und allein dem Fleiß, dem Unternehmungsgeist der Deutschen in Böhmen verdankt. Deutsche Bergleute waren es, die im böhmischen Land die Schätze aus dem Boden, aus der Erde holten und damit zum Reichtum des Landes beitrugen.

Doch allmählich ließ die Fündigkeit an Erzen nach und durch die Einfuhr von billigeren Erzen aus Skandinavien und Amerika ging die eigenständige Produktion zurück. So auch in unserer Heimatstadt. Obwohl im 18. Jahrhundert und noch zu Beginn bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Schlaggenwald der Zinnerzbergbau und die Zinnverarbeitung in voller Blüte standen, wandernten viele Bergleute aus unserer Gegend in das Erzgebirge ab, da sich dort noch genügend Schurfgelegenheiten boten. Daß in Schlaggenwald der staatlich betriebene Erzbergbau aber immer noch sehr gut florierte, zeigt allein schon die Tatsache auf, daß aus der freien Reichsstadt Nürnberg sehr viele Böttcher (Büttner) nach Schlaggenwald übersiedelten, um hier bei der Herstellung von Fässern und Butten für den Erztransport neue Arbeitsmöglichkeiten zu finden. (Bittner sind als Hausnamen in Schlaggenwald sicher vielen noch bekannt).

Im Jahre 1848 — dem Revolutionsjahr — wurden in Schlaggenwald noch 4000 Einwohner gezählt, ein Beweis für das rege geschäftliche Leben, für die florierende Wirtschaft und den ausgedehnten Handel dieser Stadt. Zu den meisten im 18. Jahrhundert entstandenen Zinngießereien wurden im 19. Jahrhundert noch weitere Betriebe gegründet, die dann allerdings mit dem allmählichen Rückgang der Zinnerzeugung nach und nach ihre Tätigkeit einstellen mußten. (Im Jahre 1945 bei der Aussiedlung gab es in Schlaggenwald noch eine Zinngießerei im Privatbesitz und war Eigentum unseres Landsmannes Oswald Hanika.

Interessant zu vermerken sei folgende Kuriosität, die sich beim Zinnbergbau in Schlaggenwald ergab. Das Abfallprodukt bei der Zinngewinnung — das Wolfram — wurde in früheren Zeiten als nutzloser Abraum einfach auf Halde gelegt, da eine Verhüttung dieses Metalls zu sehr kostspielig war. Ganz anders nach 1945. — Da man seit einigen Jahren wußte, daß dieser bisherige Abraum Uran enthielt, hatten die Russen plötzlich das größte Interesse an Schlaggenwald mit seinen Wolframlagern und beuteten es entsprechend aus. Der große „Run" auf das Uran in Schlaggenwald begann und damit auch der Untergang der idyllischen alten Bergstadt. Die Seifertsgrün wurde vollständig eingeschüttet durch riesige Halden — und damit auch das Augenwasserl mit seinem nach uralter Überlieferung heilsamen „Augenwasser".

Mit der Uranzeit, die nach dem 2. Weltkrieg auch Schlaggenwald ihren Stempel aufdrückte, war der eigentliche Bergbau, der Zinnbergbau endgültig verschwunden. — Die schöne alte Zeit war vorbei.

Nur einige wenige Wertstücke aus Zinn, von den vertriebenen Deutschen gerettet, geben beredtes Zeugnis von der handwerklichen Kunst der einst weltbekannten Zinn-

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