Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 140
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Sudetoněmecký sjezd o letnicích 1975 v Norimberku

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unfreieste Europas. Der Versuch, ein bißchen Freiheit zu erringen, ist kläglich gescheitert!

Die Schulden an uns Vertriebenen betragen für die aus den böhmischen, mährischen und ehem. schlesischen Raum, dem Kühländchen und dem Iglauergebiet Eintausendzweihundertvierzig Milliarden DM. Niemals kann das tschechisch-slowakische Volk diese Summe aufbringen. Trotzdem verlangt die tschechische Regierung von der Bundesrepublik Wiedergutmachung. Ist das nicht ein Hohn? Man darf gespannt sein wie hoch die Leistungen unserer Regierung sein werden. Ob sie sich energisch dieser Forderungen widersetzen wird und eine Anrechnung unseres Guthabens verlangt?

Auf dem Pfingsttreffen wurde eine Petition an die Vereinten Nationen mit Sitz in New York verfaßt. Darinnen wird auf das Recht auf Heimat der Vertriebenen in den von uns Sudetendeutschen seit Jahrhunderten besiedelten und kultivierten Raum hingewiesen. Wir wollen uns überraschen lassen, wie die UNO-Vertreter reagieren werden. Eines weiß ich ganz bestimmt: „Sicher nicht so begeistert wie bei Arrafat, als dieser seine Forderung mit großartiger Geste vor der UNO-Vollversammlung unter großem Beifall stellte." Der deutsche Vertreter wird ganz kleinlaut in Verlegenheit das Papier vorlegen. Was Herr Waldheim dann tun wird, dürfte für uns interessant werden. Lassen wir uns überraschen.

Eines ist aber ganz gewiß: Wir haben mehr aufzuweisen als die Palästinenser. Das Sudetengebiet war ein hochkultiviertes, zivilisiertes und industrialisiertes Land, das vor 800 Jahren ein fleißiges Volk besiedelt hat. Seine Erzeugnisse hatten Weltgeltung, und sie haben es heute wiederum. Was die Palästinenser vorzuweisen haben und welchen Aufbau sie in dem verlassenen Land hinterlassen haben, weiß ich nicht.

Nur sollen sie dort noch länger ansässig gewesen sein, als wir Deutsche in den ehem. Ländern Böhmen, Mähren und Schlesien. Aber anscheinend muß alles was „deutsch" ist bekämpft werden. Selbst Deutsche mischen in diesem Geschäft mit.

Wie wäre es sonst möglich, im 20. Jahrhundert des Fortschritts, mitten in Europa — eigentlich war es einst das Herz Europas — einen 2. deutschen Staat zu errichten?

In dem einen Teil ist Freiheit und Wohlstand anzutreffen, im anderen Teil sind die Menschen wohl auch zufrieden (!) Nur ein Unterschied besteh.: Die alten Leute kommen gerne in den einen Teil — natürlich in den unseren — um die für sie bereitgehaltenen Gelder in Empfang zu nehmen, damit sie einmal einen Einkauf tätigen können, der in ihrem Wohngebiet seit 30 Jahren nicht möglich war. Eigentlich müßte in einem Arbeiter- und Bauernstaat das Gegenteil der Fall sein. Dort sollte es ja das Paradies der Arbeiter geben. Aber wie alle Ideen, ob von Marx bis Lenin. Mao oder Hotchimin, die Realitäten gestalten sich in umgekehrten Richtungen. Es ist immer anders als man sie ideologisch herbeigaukelt.

Wir wollen hoffen, daß unser Volk (diesseits des Stacheldrahtes und der Mauer) der Versuchung widersteht, die durch Parolen von Brüderlichkeit und internationaler Verbrüderung ausgestreut werden. Diese schönen Worte würden nur dem Begehren des großrussischen Machtanspruches entgegenkommen und es verwirklichen helfen.

Ein einiges Europa wird noch eine Weile ausbleiben. Weder der Kirche ist es in 2000 Jahren gelungen mit ihrer Lehre die Völker zu einigen, noch Napoleon hat sie einander näher gebracht. Von dem anderen Utopisten, der es ebenfalls mit Gewalt versucht hat, wollen wir Abstand nehmen. Es lohnt nicht ihn zu nennen.

Die EG liefert uns zur Zeit den besten Anschauungsunterricht, wie es um die eVreinigung steht. Jedes Mitglied sucht nur seinen Vorteil in wirtschaftlicher Hinsicht. Kleinlich wird auf egoistische Vorteile beharrt. Wer bei diesem Verein der Zahlende

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