Familien-Nachrichten
† UNSERE TOTEN †
Schlaggenwald:
Marie Kolmer geb. Siart, am 11. 2. 1975 in Nürnberg, im 76. Lebensjahr.
Hermine Erler geb. Lang, am 22. 12. 1974, in Lettgenbrunn, im 84. Lebensjahr.
Marie Frank geb. Kolmer, verwitwete Zinner (Näheres nicht bekannt), am 21. 3. 1975, im 86. Lebensjahr.
Aloisia Peterlik geb. Klupp, am 18. 5. 1975 in Mömbris bei Aschaffenburg, im 92. Lebensjahr.
Willy Bruchelt, am 27. 3. 1975 in Wiesbaden, im 59. Lebensjahr.
Albert Hanika, am 19. 1. 1975 in Augsburg, im 70. Lebensjahr.
Hermann Ritter, am 5. 3. 1975 in Idstein (Töppeles), im 87. Lebensjahr.
Barbara Hahn geb. Plaß, am 3. 4. 1975 in Leisenwald, im 83. Lebensjahr.
Franz Kugler, in Ichenhausen, im März 1975.
Nachruf für Willy Bruchelt
Willy Bruchelt, wer kennt ihn nicht, diesen fröhlichen Jungen, den hilfsbereiten Menschen und bescheidenen Mitbürger. Nun deckt auch ihn die Erde zu, noch keine 60 Jahre alt. Wenn ein geachteter Mitbürger für immer dieser Welt ade sagt und in die ewige Heimat geht, gleitet das Leben noch einmal an uns vorbei. Willy Bruchelt hat mit seinem stillen Wirken vielen Mitmenschen Auftrieb und neuen Lebensmut gegeben. Besonders in den großen Notzeiten bewies er Standhaftigkeit und setzte sich selbstlos für seine Mitmenschen ein. Wie beliebt er in seinem Wirkungskreis in Wiesbaden war, bewies das große Trauergefolge, welches ihn zur letzten Ruhestätte begleitet hat. Herr Dr. Roßmeißl in Wiesbaden, der uns Schlaggenwaldern kein Unbekannter ist, sagte, daß sich hätten in der alten Heimat nicht mehr Trauergäste einfinden können, wie in der neuen Heimat. Das bewies, welches Ansehen Willy Bruchelt genoß. Wir Schlaggenwalder, die ihn näher kannten, verlieren einen guten Kameraden und einen treuen Heimatfreund, der mit unserem Bergstädtchen stets eng verbunden geblieben war.
Eine mir zugegangene Zuschrift will ich seinen Freunden nicht vorenthalten und veröffentlichen. Sie zeigt, wie Willy war. Das Kondolenzschreiben seines ehem. Zeichenprofessors kann ich nicht vollständig wiedergeben. In diesem würdigte Herr Prof. Schmidt die Opferbereitschaft Willy Bruchelt in ergreifenden Worten. Denn durch den selbstlosen Einsatz hatte Willy ihm das Leben in Gefangenschaft gerettet und vielen anderen geholfen:
„Willy Bruchelt war uns Schlaggenwaldern in seinem Bubenalter als liebenswerter Schlingel, seinen späteren Freunden als Kamerad, mit dem man Pferde stehlen konnte, bekannt. Seiner Frau war er jedenfalls ein liebevoller Gatte, und sein lebensfrohes, sonniges Naturell erwarb ihm auch in der neuen Heimat viele Freunde. Man darf von ihm sagen: Wer ihn kannte, hat ihn lieb gehabt."
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