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genug Hochhäuser, die leerstehen. Niemand will dort einziehen. Ein Normalbürger kann den Quadratmeterpreis der Wohnfläche unmöglich aufbringen. Aber das Lamento der Bauleute ist nicht zu überhören. Ob man weiterhin derartige Bauruinen subventioniert? Man kann heute schon sagen: Oh schöne Zeit, wohin bist du gegangen? Wohin uns Unrast wohl treiben mag? Wie werden viele die Unsicherheiten, die über aller Existenz lagert, überstehen. Was wird die Unzufriedenheit gebären? Was nützen uns die besten Universitäten, wenn nach dem Studium keine Stelle zu finden ist. Handwerk zu betreiben ist nicht mehr attraktiv, denn die Lasten sind erdrückend. Lehrlinge in Handwerksbetrieben auszubilden ist unter den jetztigen Verpflichtungen fast unmöglich. Bei der geringen Arbeitszeit und den hohen Sozialleistungen, die für einen Lehrling aufgewendet werden müssen, ist es den Handwerksmeistern kaum möglich die Unkosten aufzubringen. Nur die Fabrikslehre steht den jungen Menschen noch offen. Ein Geselle wird er aber niemals. Nur eine Facharbeiterausbildung kann er erlangen. Aber in der jetzigen Epoche braucht man diese altmodischen Gebräuche nicht mehr.
Von Stabilität ist viel Geschwätz. Doch die Preise klettern unentwegt. Wem mutet man zu, daß er es hinnimmt, wiederum der Masse. Es ist kein lustiges Treiben, was uns da mit der Lohn- und Preisspirale veranschaulicht wird. Hoffen wir, daß sich die Düsternis, die augenblicklich über der Bundesrepublik lagert, bald auflösen möge. Mit zunehmenden höher Steigens der Sonne und der Zunahme der Wärme ihrer Strahlen steigt auch unsere Zuversicht. Nach der Dunkelheit, die nun hinter uns zurückbleibt, erleben wir das Erwachen der Natur und die Freude darüber läßt uns gar manche Bitternis leichter ertragen. So möchte ich wiederum allen Lesern unseres Heimatbriefes ein „frohes Ostern" zurufen. Ist dieses hohe Fest doch mit dem Beginn des Frühlings fest verknüpft. So mancher Heimatfreund wird wieder einen Vergleich von dem jetzigen Ostern zu unserem daheim erlebten Fest anstellen.
Es wird nur bei wenigen das Osterlaibchen auf dem Tisch liegen. Kein Böller- oder Schlüsselbüchsenknall wird zu vernehmen sein, geschweige denn ein ordentlicher von unseren Handwerkern daheim erstellter Rumpelkasten wird zu hören sein. Ist es nicht wundervoll all diese köstlichen Bräuche miterlebt zu haben und sie immer wieder im Geiste erstehen lassen zu können. War die damalige ärmere Zeit nicht ausgefüllter? Wer wünscht denn heute hier noch allen Freunden und Bekannten von Haus zu Haus frohe Feiertage? Nun, so ändern sich die Zeiten. Ganz besonders aber die Menschen selbst.
Ich sage hiermit allen Spendern für ihre Gabe zur Erhaltung des Heimatbriefes, für die Altenspende, Grab- und Gedenksteinspende den allerherzlichsten Dank. Die eingegangenen Beträge sind aus dem Spendennachweis zu ersehen.
Für die zahlreichen Glückwunschkarten am Jahresende, die mich erreichten, bedanke ich mich ganz besonders; denn alle, die wir mit einem Weihnachtsgruß mit der Paketspende erfreuten, haben voll Rührung unseren Gruß an sie aufgenommen.
Sie, die in den Heimen den Lebensabend verbringen müssen, wissen es allen Landsleuten hochanzurechnen, weil sie sich nicht vergessen fühlen. Für viele Landsleute war es überhaupt das erste Weihnachtspaket, das sie in ihrem Leben bekommen haben. Ich hoffe nur, daß wir auch in der kommenden Zeit diese Geste beibehalten können.
Euer Richard Brummeissl
Zum Leiter des Hauses der Begegnung in Königstein/Taunus wurde in Nachfolge des im Oktober 1974 verstorbenen Bischofs Kindermann der Landesvorsitzende der hessischen Ackermann-Gemeinde, Richard Hackenberg, ernannt. Das Haus stellt einen kulturellen Mittelpunkt dar, dem mehrere Institute und ein Priesterseminar angeschlossen sind.
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