Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 139
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Velikonoční dopis vydavatele – Milí krajané!

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was kam nach dieser bitteren Zeit? Damals war ein gefüllter Magen doch auch etwas wert. Wer hat uns denn versprochen diesen zu füllen? Die Parole Arbeit und Brot hat damals auch gezündet und diejenigen fasziniert, die vergebens Arbeit gesucht haben. Hatte einer in der einzigen in unserem Ort befindlichen Fabrik gearbeitet, dann war der Verdienst sehr mäßig gewesen. Werden heute noch die Menschen so geduldig warten und hungern? Wehe, wenn die jetzige Staatsform ihre eingegangenen Verpflichtungen nicht einhalten und das Arbeitslosengeld in der jetzigen Höhe nicht beibehalten kann. Welcher Rattenfänger dann kommen wird, dem die Massen das Vertrauen geben werden, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Wie lange dann noch Friede in unserem Breitengrade sein wird, dürfte ebenfalls die Geschichte einmal verkünden. Wollen wir hoffen, daß es der Regierung gelingen möge Mittel zu finden, die unsere Nation vor weiteren Arbeitslosen bewahrt.

Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, daß in unserem Volke eine Verschwendungssucht Fuß faßte, wie sie noch nie Bestand hatte. Gewiß steht jedem Menschen Urlaub und Vergnügen zu. Urlaub soll Erholung sein, Vergnügen soll Freude machen. Aber was macht man aus diesen Begriffen? Nun — „NUR-Neckermann, Quelle usw. machten es möglich". Wenn auch die Ratenzahlungen weh taten.

Aber man hat ferne Länder bereist und kam meistens krank nach Hause, denn eine Autoreise von mehreren Tagen aus südlichen Ländern geht nicht spurlos an der Gesundheit vorbei. Die Quittung wird nun präsentiert. Das alte Sprichwort „Spare in der Zeit, dann hast du in Notzeiten" gilt schon lange als unmodern und veraltet. Es hat keine Gültigkeit mehr, was ja nicht verwunderlich ist; denn der deutsche Sparer hat zwei Inflationen erleben müssen, wo er um seine Ersparnisse gebracht wurde. Tiefe Besorgnis ist bei der arbeitenden Bevölkerung darüber aufgekommen, woher einmal die Altersversorgung gesichert werden wird. Woher die Gelder zur Sicherung der Existenz kommen, wenn die heute im blühenden Lebensalter stehenden Menschen jahrelang ohne Arbeit sein sollten, wenn dann die bei uns zu Gast gewesenen Arbeiter ihren Rechtsanspruch auf Rentenzahlung geltend machen.

Immerhin hatten 2 Millionen Gastarbeiter viele Jahre hier geweilt. Zu den 2 Millionen Arbeitenden kamen nochmals die gleiche Zahl Familienangehörige hinzu. Vielleicht wäre es angebrachter gewesen, wenn sich die Industrie nicht so aufgebläht hätte und die Produktion nicht zum Profitmittel einzelner Unternehmen ausgewachsen wäre. Der Gewinn vom Fleiß des Arbeiters floß reichlich den Aktionären zu, das zeigt die Abschöpfung der Milliardenbeträge. Nicht umsonst bemühen sich die Ölscheichs aus dem Morgenlande nun auch ein bißchen abzuschöpfen. Der deutsche Mensch mußte stets hart ringen, wenn er ein Krümchen von dem Wirtschaftswunderkuchen haben wollte. Erst der Streik, der ja auch den Gewinn geschmälert hätte, brachte ihm ein Quentchen ein. Nun für all die Treue, die wir zu unserem Staat alle Tage unter Beweis stellen, werden wir nicht gelobt. Die Steuerlast hat kein anderes Staatsgebilde so ausgeprägt, wie es das unsrige ausweist. Ich will hier nicht ins Detail eingehen, denn es gehört schon ein wissenschaftlich gebildeter Experte dazu, wenn man sich darinnen zurechtfinden soll. Nur Flicks, Krupp u. a. wissen wie man Milliarden unbesteuert heimsen kann. Hinzu kommen dann noch die Banken. Wehe dem Arbeiter, der jetzt ein Häuschen errichten möchte. Keiner dürfte ihm dabei helfen, denn das wäre Schwarzarbeit und die wird jetzt hoch bestraft.

Von der Aufnahme eines Kredites ist zu warnen, denn mit dem Zinssatz jongliert man wie ein Seiltänzer seine Balancestange. Abgesehen noch von den Preisen eines Plätzchens, wo man ein Heim errichten möchte. Es wird in absehbarer Zeit nichts mehr daraus werden. Nun, es gibt ja schon

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