Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 139
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Krajanův sen

Des Landsmanns Traum

Im Traum war ich in meinem Heimatstädtchen.
Der alte Turm stand noch, als wäre er wie einst der Wächter.
Doch Trauer war ihm anzuseh'n, als wollt er sagen:
Wie lange werd' ich hier noch steh'n?
Die Menschen all, die ich kommen sah und geh'n,
Wohin hat sie der Wind verweht?
Wo sind sie hin? Warum bleib ich allein an diesem Ort?
Was ist gescheh'n? Weshalb sind alle fort?
Ach, wie drückte diese stumm Gebärd mir auf das Herz.
Grausam spürt ich in der Seel den Schmerz.
Der alte Turm, in seinen Mauern barg er doch
die Glöcklein, die jedem seine Stunde schlug, wenn's Herz hat ausgepocht.
Nun steht schon lange still die Uhr. Das Glöcklein nicht mehr
klingt zur Mittags- und zur Abendzeit.
Der Wind bläst durch die Risse nur
sein traurig Lied vom Leid der Zeit.
Da erwacht' ich — aus der Traum.
Ob ich den Turm noch einmal wiedersehe? — Wohl kaum.

[obr] Das Heinzel-Schuster-Haus am Markt mit Ochsenbrücke (heute)

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