Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 138
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Vánoční slovo Richarda Brummeissla krajanům

Hände zum eigenen Nutzen und für die Allgemeinheit richtig eingesetzt. Ein Wirtschaftswunder in den 50iger Jahren wäre ohne die Vertriebenen wohl kaum möglich geworden. Ob sich eine Wiederholung eines wirtschaftlichen Aufschwungs in unserem jetzigen Wohngebiet ermöglichen läßt, ist sehr stark zu bezweifeln. Jene Generation, die dieses Wunder vollbrachte, ist — gelinde gesagt — aufgebraucht. Die in den letzten vergangenen 20 Jahren aufgewachsene Menschheit hat nur Wohlstand kennengelernt. Die Zusammenpferchung in den Wohnsilos, Hochhäusern hat die Menschen kühl — ja man kann es schon als sehr kalt bezeichnen — werden lassen. Anderen helfen ist bald eine Fremdwort geworden. Religion und Gottesnähe wird abgelehnt. Man glaubt ohne damit auskommen zu können. Was aus dieser Lage einmal entstehen kann? Die biblische Geschichte hat einige Beispiele aufgeführt und sie ist nun einmal die älteste Überlieferung von dem Leben der frühen Erdenbewohner. Man sollte es nicht vergessen.

Darum sollten wir wenigstens unserer Jugend sorgsam das alte Erbgut von daheim zum Bewahren vermitteln. Es ist eine Freude bei allen Treffen zu erleben, wie viele junge Menschen noch in unseren Reihen stehen. Ich glaube sagen zu dürfen, daß von diesem Schlage unserer Jugend eine gewisse Sicherheit für die Zukunft ausgeht.

Vergleichen wir diese junge Gemeinschaft, die noch Ideale verkörpert, mit den Demonstrierern unserer Epoche. Was haben wir von jenen Randalierern, die die Gesundheit und das Eigentum unserer Mitbürger grundlos zerstören, zu erwarten, wenn es diesen wüsten Gesellen gelänge, unsere Gesellschaftsordnung zu zerstören?

Wir haben den Mob schon selbst alle einmal erlebt. Es muß daher beruhigend für uns sein, zu wissen, daß da doch noch etwas Anständiges existiert, das dem Guten dient.

Allerdings sollten sich die staatlichen Stellen etwas mehr für diese Jugend arrangieren und ihr volle Unterstützung gewähren. Leider ist das Gegenteil festzustellen. Man hat fast den Eindruck, als würde man die Ostdeutsche Jugend zum Lande hinaus wünschen. Nun, wer hat schon Mahner gern? Doch lieber Chilenen oder sonstige extreme Sozialisten die volle Unterstützung in so manchem deutschen Bundesland teilhaftig werden. Was nützen dem deutschen Volke die besten Professoren und guten Schulen, wenn darinnen nicht gelehrt werden kann? Wenn die Studienzeit zum Protestieren und Randalieren vertan wird. Es gäbe im eigenen Lande sicher auf viele Mißstände hinzuweisen und nicht alle extremen, ausländischen, politischen Ereignisse bei uns hochzuspielen und dafür auf die Straße zu gehen und sich dort als Rabauken zu betätigen. Warum wird nicht gegen die unwürdige Menschenbehandlung in den Ostblockländern Sowjetunion, Polen, DDR und die Tschechoslowakei demonstriert, die unsere Volksgenossen mit Gewalt zurückhalten und nur gegen einen teuren Preis abschieben? Drüben muß der schlesische Landsmann, sobald er seine Absicht äußert in die Bundesrepublik ausreisen zu wollen, sein ganzes Hab und Gut, das ihm noch verblieben ist, billigst verscheuern, um den Preis für den Antrag zu erschwingen.

Meistens verliert er sofort seinen Arbeitsplatz. Von der Bundesrepublik werden große Kapitalien gefordert, sobald das Dipl. Gespräch auf Familienzusammenführung gelenkt wird. Für jeden angeblich politischen Gefangenen aus der DDR bezahlt die Bundesregierung aus Steuergeldern 40.000 DM. Dabei handelt es sich oft um einen kriminellen Verbrecher, den man zu uns abschiebt.

Ist das nicht ein Menschenhandel? Haben nicht die Amerikaner vor 200 Jahren so die Negersklaven aufgekauft? Ist das noch eine humane Welt, die man nach dem schrecklichen Krieg aufbauen wollte? Bald werden wir es erleben wieviel ein Arbeiter in der Bundesrepublik wert ist, wenn er längere Zeit arbeitslos sein wird. Ob für diesen Bürger in unserem eigenen Land auch so viel Kapital angewendet werden wird?

Es ließe sich ja noch viel Unzulängliches anführen. Unser Hauptanliegen bleibt unser Zusammenhalt. Solange unser HB existieren wird, ist auch unsere Zusammengehörigkeit in uns lebendig. Ich bitte daher alle Landsleute mich zu unterstützen und mir laufend Material zu geben, das von daheim berichtet. Vielleicht lohnt es sich einmal in den alten Sachen zu kramen. Bestimmt ist noch manches Wissenswerte unter den einst mitgebrachten Dingen.

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