Msgr. Dr. Reiß, als Nachfolger des Verstorbenen in der Leitung des sudetendeutschen Priesterwerkes, das Weihbischof Kindermann im Testament als Erbe eingesetzt hat, dankte allen Priestern und Trauergästen, den beiden Schwestern und den nächsten Mitarbeiterinnen, die den Kranken hingebungsvoll gepflegt haben. Besonderen Dank sagte er Bischof Janssen, der vor 8 Jahren Professor Kindermann als Weihbischof angenommen und ihm immer treu zur Seite stand. Dr. Reiß empfahl die sudetendeutsche Priestergruppe, die wieder einmal kirchlich verwaist ist, seinem besonderen Schutz, und gab folgende Erklärung ab: Wir sudetendeutschen Priester werden das Werk Kindermanns fortsetzen und nichts von dem preisgeben, was er begonnen hat. Sein Grab nehmen wir in unsere Obhut. Wir werden erfüllen, was er uns in seinem Testament aufgetragen hat: die Sorge um Priesternachwuchs in unserer Volksgruppe und die Sorge um die Kirche in Not. Die beiden Bischofsgräber auf dem Königsteiner Friedhof sollen allen heimatvertriebenen Priestern stille Mahner sein:
Ihr sollt beisammen bleiben! Msgr. Dr. K. Reiß
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Bayerische Staatsregierung fördert Sudetendeutsche Stiftung und Sudetendeutsches Zentrum
Die im Rahmen der Schirmherrschaft des Freistaates Bayern über die Sudetendeutschen errichtete Sudetendeutsche Stiftung wird im Anlauf ihrer Arbeit durch Betriebsmittelzuschüsse des Staates gefördert. Auch für das geplante Sudetendeutsche Zentrum, das den wichtigsten, insbesondere kulturellen Einrichtungen der sudetendeutschen Volksgruppe eine zentrale Heimstatt bieten soll, hat die Bayerische Staatsregierung eine erhebliche finanzielle Förderung zugesagt.
Die Sozialdemokratische Pressekorrespondenz hat demgegenüber in ihrer Ausgabe Nr. 73 vom 8. 10. 1974 eine Stellungnahme des Landtagsabgeordneten Ferdinand Drexler (SPD) veröffentlicht, die ein gröblich entstelltes Bild der vorliegenden Situation zu zeichnen versucht. Drexler wirft der Staatsregierung vor, in den ersten Jahren des Bestehens der Stiftung diese nicht finanziell unterstützt zu haben und ihr erst mit näher kommenden Wahltag nennenswerte Zuwendungen zur Verfügung zu stellen. Für die Finanzierung des Sudetendeutschen Zentrums aber, dessen Gründung von der Staatsregierung beim Sudetendeutschen Tag 1974 lautstark verkündet worden sei, müsse erst noch ein Haushaltsansatz geschaffen werden. Hier werde deutlich, daß man die Sudetendeutschen nur verschaukeln und für die Landtagswahl ködern wolle. Das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung stellt hierzu fest:
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