† Weihbischof Dr. Kindermann
In der Morgenfrühe des 23. Oktober 1974 verstarb im Marienkrankenhaus in Frankfurt der hochwürdigste Herr Weihbischof Dr. Adolf Kindermann, der Gründer der Königsteiner Anstalten und Beauftragter der Kirche für die Seelsorge der deutschen Priester und Heimatvertriebenen aus Böhmen und Mähren. Der Tod war für ihn Erlösung von langer schwerer Krankheit, für die es keine menschliche Hilfe gab.
Am Sonntag, 27. Oktober, wurde sein Leichnam nach Königstein überführt und in der Kollegskirche aufgebahrt. Die bischöflichen Insignien, die Orden, Blumen und Kränze schmückten den Sarg. Die Theologen hielten Nachtwache. Schon am Montagmorgen setzte der Strom der Trauergäste ein. Der Totengottesdienst wurde um 14 Uhr in der überfüllten Kollegskirche gefeiert und zwar vom hochwürdigsten Herrn Bischof Heinrich Maria Janssen von Hildesheim in Konzelebration mit den Weihbischöfen Dr. Reuß Mainz, Pachowiak Hildesheim, Kampe Limburg, dem slowakischen Bischof Hnilica, dem apostolischen Visitator für die Schlesier Thienel, den Äbten P. Virgil Kienzel, P. Anastas Opasek und Präl. Dr. Wolfgang Böhm, Pater Werenfried van Straaten, Prof. Dr. Braunstein, Msgr. Dr. Kruschina und Msgr. Dr. Reiß. Dem Gottesdienst wohnten bei: Erzbischof Dr. Degenhardt, Paderborn, der päpstliche Nuntius Erzbischof Bafile, zahlreiche Weihbischöfe, Domkapitulare und Prälaten, Vertreter der orthodoxen und evangelischen Kirche, tschechische, kroatische, ungarische und litauische Priester aus d. Emigration. Weiter seien genannt: Prälat Dr. Josef Homeyer, Sekretär der deutschen Bischofskonferenz, für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken die Herren Dr. Kronenberg und Raab, für die sudetendeutsche Landsmannschaft d. Sprecher Dr. Walter Becher, der Vorsitzende des sudetendeutschen Rates Dr. Schwarz und vom Landesverband Hessen Dr. Ohmann, für die Ackermann-Gemeinde Hans Schütz und Dr. von Hofmann, für die Stadt Königstein der Bürgermeister und viele Persönlichkeiten des öffentlichen und staatlichen Lebens. Von Beileidskundgebungen können auch nur einige genannt werden: vom Heiligen Vater Papst Paul VI., der den Verstorbenen wegen seines Einsatzes für Menschen in Not und Leid rühmte. Telegramme kamen von den Kardinalen Erzbischof Döpfner und Alterzbischof Jäger von Paderborn, vom ukrainischen Bischof Platon Kornyliak, Professor Karl Carstens für die CDU-CSU Bundestagsfraktion, Kultusminister Dr. Bernhard Vogel, vom Präsidenten des niedersächsischen Landtages Heinz Müller und Präsident Josef Stingl und viele andere.
Bischof Janssen würdigte in seiner Ansprache in feiner Weise Werk und Person des Verstorbenen, sein gläubiges Vertrauen, sein Hoffen wider alle Hoffnung. Den Begräbnisritus in der Kirche und auf dem Friedhof vollzog der hochwürdigste Herr Weihbischof Kampe von Limburg. Von den Gedenkreden, die auf 8 begrenzt werden mußten, sei hier erwähnt, daß der Sprecher Dr. Walter Becher die Verdienste des Verstorbenen um die sudetendeutsche Volksgruppe und der Bürgermeister die Verdienste um die Stadt Königstein rühmte. Der Trauerkondukt, in dem nur die Priester mitzogen, während die vielen Trauergäste Spalier bildeten, wurde bis zum Haupteingang der Anstalten geführt, dann geschah die stille Überführung auf den Königsteiner Friedhof. Nach einem Intervall von einer halben Stunde wurde der Verstorbene nach den letzten Gebeten neben Bischof Kaller beigesetzt.
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
