Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Zprávy z Československa

Nachrichten aus der Tschechoslowakei

● Prag sei vergreist, stellte die Zeitung Práce fest, denn über ein Viertel, bald sogar ein Drittel der Bewohner stehen im Rentenalter. Prag brauche keine Zuwanderung vom Lande, vielmehr müssen nun die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, daß die eigenen jungen Leute in der Stadt bleiben können. Die Zeitung fordert, daß 20 Jahre hindurch jährlich 10—20 000 Wohnungen gebaut werden, damit junge Familien untergebracht und der Verlust alter Bausubstanz ersetzt wird.

● Die Tschechoslowakei unterhält gegenwärtig zu 103 Staaten diplomatische Beziehungen, und zwar sind es 25 Staaten in Europa, 30 in Asien, 32 in Afrika, 14 in Nord- und Südamerika, dazu kommen noch Australien und Neuseeland. In den letzten Jahren wurden die Beziehungen abgebrochen zur Südafrikanischen Republik, zu Israel und zu Chile.

● Nach der Nationalitätenstatistik zum 31. 12. 1973 beträgt die Zahl der Deutschen in der ČSSR 78.000, davon leben 74.000 in den böhmischen Ländern, 4.000 in der Slowakei. Die Zahl der Deutschen hat sich demnach gegenüber 1961 um fast die Hälfte verringert; allein in den Jahren von 1970 bis 1973 nahm ihre Zahl um 9,3% ab. Dennoch sind die Deutschen noch immer die zweitstärkste Nationalität (die Zigeuner nicht gerechnet). Die Zahl der Magyaren beträgt zur Zeit 580.000, der Polen 69.000 und der Ukrainer und Russen 60.000.

● Die Zeitschrift Tribuna hat einen Kaufkraftvergleich zwischen der ČSSR einerseits und der Bundesrepublik, Österreich und den USA andererseits angestellt, der für die Tschechoslowakei nicht sonderlich günstig ausgefallen ist. Die Zeitung ging von den Umrechnungswerten für DM, US-Dollar und Schilling aus und legte die monatliche Arbeitszeit zugrunde, die in der ČSSR 184, in Österreich 153, in der Bundesrepublik 179 und in den USA 171 Stunden beträgt. Trotz der geringeren Arbeitszeit in den westlichen Ländern errechnete sie für die ČSSR ein monatliches Bruttoeinkommen von 2108 Kč, während dieses in Österreich 3192 Kč, in der Bundesrepublik 4585 Kč und in den USA 6389 Kč beträgt.

● Das Sperrsystem der tschechoslowakischen Grenzen wird weiter ausgebaut. Nach einem amtlichen Bonner Bericht wurde der Ausbau der Sperranlagen im Jahre 1973 weitergeführt und umfaßte im wesentlichen Arbeiten an Drahthindernissen, den Weiterbau eines Kolonnenweges und die Errichtung von Stahl-Beobachtungstürmen. Zum Jahresende betrug die Länge des doppelten Stacheldrahtzaunes an der Grenze zur Bundesrepublik 250 km, des Kolonnenweges 57 km, der Lichtsperren 1 km, die Zahl der Erdbunker 102, der Beobachtungstürme 379, der Baumbeobachtungsstände 11, der Hundelaufanlagen 11, der Hunde 31.

● Das Staatliche Kirchenamt in Prag verbot allen Geistlichen, die keine Regierungserlaubnis zur Seelsorgeausübung besitzen, ihren Feierabend für kirchliche Dienste zu verwenden. So erhielt z. B. ein Salesianerpater eine strenge Verwarnung; er ist als Fensterputzer tätig und hatte abends seinen Landsleuten als Seelsorger zur Verfügung gestanden.

(Mitteilungen des Sud. Archives)

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