Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Trhačky chmele

Bald hatten wir auch dieses Verlangen unterdrückt. Wir waren jetzt nur darauf bedacht einen Platz zu finden, wo wir bleiben durften und auch etwas zu essen bekämen. So stiefelten wir drauf los. Saaz mieden wir. Denn 5 Mann, mit etwas verkommenem Aussehen, sind keine willkommenen Gäste in einer solchen reichen Stadt, wie es damals Saaz durch seine reichen Hopfenbauern war. Aber die Saazer Landsleute kannten die Gegend und so standen wir gegen Mittag auf einem großen Hofgut. Auf dem Hof summte die Dampfmaschine und der erste Tag hatte mit dem Gerstendrusch begonnen. Es schien als hätte man schon auf uns gewartet. Ein Verwalter verhandelte mit uns. 2 Kč pro Stunde und 10 Stunden Arbeitszeit pro Tag wären zu leisten. So lautete sein Angebot. Den beiden älteren und kräftigeren Kameraden bot er Arbeit in der Ziegelei an, zu einem besseren Lohnangebot. Nun für diese Schinderei war es wirklich nur ein Trinkgeld, was sich die beiden errackert haben. Aber ich will ja bei dem Hopfenbauern bleiben.

Dieser Hopfenanbauer hatte auch riesige Ländereien und konnte uns gut verwenden; die eigentliche Hopfenzeit war noch nicht gekommen. Eine Kartoffelsuppe am Abend und Kaffee, was man damals halt so als Kaffee bezeichnete, am Morgen, dazu 1 kg Brot am Tag. Natürlich bissen wir alle 5 an. Der jüngere Saazer Landsmann und ich kamen gleich am ersten Morgen zum Abtragen der gefüllten Gerstensäcke dran. Um 6 Uhr pfiff der Dampfer unsere Arbeitszeit an und los ging es bis 9 Uhr. Dann war 1/4 Stunde Pause. Während die dort Beheimateten ihre gut belegten Brote verzehrten, haben wir auf dem Strohhaufen gesessen und weggeschaut. Besonders hatte mich der Dampferfahrer erregt. Der konnte jeden Tag ein mordstrum Speck verzehren und hatte einen Krug — bestimmt war da kein Wasser drinnen — bei sich stehen. Dann war von 12 bis 13 Uhr Mittagspause. Wieder schrillte uns der Pfiff in die Ohren. Danach ging es durch bis 18 Uhr. Wieviele Säcke wir weggetragen haben, weiß ich nicht. Es war schon eine stattliche Zahl, die wir eine lange Wegstrecke über eine Stiege auf den Getreideboden trugen. Daß wir zwei Kerlchen so richtig fertig waren, brauche ich wohl nicht zu betonen.

Am anderen Tag kam ich zum Garbenspießen vom Erntewagen zur Dreschmaschine. Es war zwar auch nicht viel leichter, aber doch nicht so anstrengend wie das Säcketragen. Dafür hatten mir die herabfallenden Gräten ganz erhebliche Pein verursacht, denn diese fielen zwischen Hosenbund und den nackten Körper und drangen so in die Haut. Um den Nabel herum entstand eine erhebliche Entzündung, für die kein Arzt damals herangezogen werden konnte. Aber es verging auch von selber wieder. Wer sich die Gräten der Gerste einmal richtig betrachtet, der wird mir nachfühlen, wie unangenehm diese kitzeln können. Und das war tagelang zu ertragen.

Vor uns waren einige Wanderer aus dem Schlesischen angekommen. Sie wollten einmal dieses so gepriesene fruchtbare Stückchen Erde kennenlernen. Auch Sie bekamen einen ordentlichen Anschauungsunterricht. Nach ihrer Ausrüstung zu schließen, waren sie besser bemittelt als wir. Sie waren in der Scheune zum Strohabnehmen und -schlichten eingesetzt. Davor hat sich jeden Tag ein anderer gedrückt, bis sie am 3. Tag ganz verschwunden waren. Da wir uns jeden Abend unseren Lohn auszahlen lassen konnten, haben unsere schlesischen Freunde zeitig in der Frühe das Feld ganz geräumt. Jetzt kam ich und mein Kamerad in die Scheune. Dort ging es uns gut. Ich nahm die gepreßten Bündel Stroh von der Maschine und warf sie einige Meter aufwärts meinem Kameraden zu. Hermann hieß er. Dieser lupfte sie einem älteren Mann zu, der dann einem noch älteren Mann die Bündel zuschob, der sie dann schlichten mußte. 2 1/2 Wochen haben wir diese Schinderei beim Dampferdreschen mitgemacht. Von den 20 Kč täglich haben wir jeden Tag dem Schweizer für einen Liter Milch 2 Kč bezahlt, den er uns zu Mittag gab. Aber bis wir zum Verzehr dieser Milch kamen, mußten wir erst hunderte von Fliegen

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