Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Slovo úvodem od Richarda Brummeissla

Liebe Landsleute!

Es wird bei manchen Landsleuten schon Verwunderung aufgekommen sein, weil der Heimatbrief so lange ausgeblieben ist. Nun, wir müssen uns bescheiden, denn nicht viele Vertriebene können noch auf derartige heimatliche Nachrichten Ausschau halten. Ich bin immer froh, wenn es mir gelungen ist, dieses kleine Blättchen erstellt zu haben. Es gibt nicht sehr viele Landsleute, die noch etwas über unsere Fluren und die einstige Heimat wissen oder preisgeben wollen. Einmal wird sich auch alle Erinnerung erschöpft haben.

Schauen wir uns doch einmal aufmerksam um. Überall ist das Knistern zu hören, das über alle Völker und Länder hinwegstreicht. Wer will denn heute noch etwas von Heimat und Vaterland hören oder überhaupt darüber sprechen. Wir, die ewig Gestrigen, kennen noch das unverfälschte Bild unserer Heimat und erinnern uns mit lauterem Herzen gerne an die dort erlebte Zeit. Ob diese schön oder weniger schön für den einzelnen gewesen ist, aber er war dort zu Hause. Kurzsichtigkeit und Haß haben nicht nur unsere einstigen Heimstätten vernichtet, sondern großes Leid auch über das Volk gebracht, das doch die Reinigung von uns selbst vornahm.

Was hat eigentlich unsere Vertreibung gerechtfertigt? Welche Hirne haben sich das ausdenken können, Millionen von Menschen die Würde nehmen zu dürfen, und welcher Zweck sollte erfüllt werden? Was haben wir Sudetendeutschen Schändliches angestellt? Das sind Fragen, die die Weltöffentlichkeit noch nicht beantworten konnte. Wie immer es sein mag, immer wird der Getretene aufmucken. Deshalb wollen auch wir immer wieder auf das Unrecht hinweisen, daß die Vertreibung von Menschen, ganz gleich aus welchen Gebieten oder Ländern, sich nicht wiederholen dürfen. Alle Minderheiten in einem Staatsverband haben das Recht auf ihren Lebensraum, das Recht ihre Volkstumseigenart zu erhalten und sich schließlich selbst zu verwalten. Der Mächtigere darf den Schwächeren nicht unterdrücken, wie es uns Sudetendeutschen von 1918 ab vom damaligen tschechischen Staatsvolk geschehen ist. Das gleiche Schicksal erdulden die Südtiroler noch heute, und Zypern zeigte es am anschaulichsten wie falsch man mit den türkischen Minderheiten umgegangen ist. Dort regierte ein Kirchenfürst, von dem man doch besondere Toleranz hätte erwarten können. Wohin hat er die Zyprioten geführt? In Haß und Verderben. Wir können froh sein, wenn dieses Chaos wieder in geordnete Bahnen gebracht wird und großes Unheil von uns allen abgewendet werden kann. Wer wird die Folgen der Zerstörungen an Blut und Material wieder gutmachen?

Mit welcher Begeisterung wurde 1945 die UNO gegründet. Ein Milliardär stellte ein großes Grundstück in New York zur Verfügung und ein Riesenpalast wurde gebaut. Nun sitzen dort die Herren aller Rassen und „palavern". Aber einen wirklichen Frieden in der Welt gab es seither noch nie. Wieder wird ein Land geteilt. Wieder müssen viele Menschen die Heimat verlassen. Bisher hat es sich gezeigt, daß sich noch kein Staat und Land — ganz gleich welcher Nation, Rasse oder Gemeinschaft — die die primitivsten Menschenrechte mißachteten, und Menschen gewaltsam vertrieben haben, sich nie mehr ohne fremde Hilfe aufrichten konnten. Wir können es jetzt wieder beobachten, mit welchen gewaltigen Geldmitteln die Bundesrepublik in den Ostländern zur Kasse gebeten wird. Sollen die Deutschen, d.h. das deutsche Volk, für die Fehlplanungen und Unwirtschaftlichkeit in der Tschechoslowakei verantwortlich gemacht werden? Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen der BRD und der Sozialistischen Tschechoslowakei hat Herr Götz vom Auswärtigen Amt dieses Landes bereits eine derartige Ankündigung gemacht. Von einer Gegenleistung war bisher noch nichts zu hören.

Ist es nicht ein grausiger Menschenhandel, wenn wir für jeden Gefängnisinsassen, den die DDR abschieben will, 40.000 DM bezahlen müssen, oder wenn andere

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