Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Trhačky chmele

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kam schon südlich übers Teichhäusel herauf. So trappten wir 4 oder 5, so genau weiß ich es gar nicht mehr, dahin. Geld hatte fast keiner von uns. Nur eine kleine Wegzehrung befand sich im Marschgepäck. Da wir ja in der vorhergegangenen Nacht fast nicht geschlafen hatten, kroch doch die Müdigkeit in die Glieder. So suchten wir gegen Mittag einen uns genehm scheinenden großen Strohhaufen auf und legten eine längere Rast ein. Die Sonne schien warm und über uns schwebten die Lerchen und das Trillern klang angenehm. Es war damals ein herrliches Wandern. Keine Fahrzeuge. Die Bauern hatten ihre Felder um den eigenen Hof und brauchten keine Straßen zu benützen, und wer hatte damals schon ein Auto um damit umherzufahren. Urlauber gab es zu damaliger Zeit auch keine.

So verging Stunde um Stunde und wir waren schon lange im Duppauer Gebirge. Gebirge war das ja gar keines. Ein hügeliges Gelände. Die Stadt Duppau hatten wir auch schon hinter uns gelassen, da bemerkten wir schon längere Zeit einen einzelnen Wanderer hinter uns herkommen. Erkennen konnten wir ihn noch nicht, aber sein flotter Gang ließ auf einen gut trainierten Wanderer schließen. Unsere Gehweise war ja nicht mehr so flott, denn wir waren immerhin schon 12 Stunden unterwegs, abzüglich der 3 Stunden Rast in dem Strohhaufen. Nachdem sich die Entfernung zu dem einsamen, auf der staubigen Schotterstraße Gehenden, sich erheblich verringert hatte, erkannten wir drei Schlaggenwalder den vierten Daherkommenden. Es war der Kreuzer Karl, der sich wiedereinmal auf einer Geschäftsreise befand und die Wege zu Fuß zurücklegte, weil das Fahrgeld für die Eisenbahn auch bei ihm knapp war. Mit „Hallo" und „wohin" wurde eine lebhafte Begrüßung ausgetauscht, dann wurde eine kurze Beratung gehalten.

Kreuzer Karl kannte sich gut in dieser Gegend aus und so entschloß er sich, uns bis Podersam zu führen. Bald kam auch der Abend heran, der Magen forderte seine Rechte. Unsere Eßvorräte waren aufgebraucht und Geld wollten wir noch keines ausgegeben. Da half uns wiederum Karl. Er verstand das ja auch viel besser als wir Anfänger. Er besuchte einige Höfe und Häuser auf unserem Weg, und schon hatten wir genug Brot. Wasser gab es überall. Es war bereits dunkel, doch Karl meinte, daß Podersam nicht mehr weit weg sei. So gingen wir auf eine Feldscheune zu, die ja in der dortigen Gegend zahlreich standen, um uns für die Nacht ein Lager zu richten. Kaum angelangt, so hörten wir den Zapfenstreich, der von der Kaserne zu unserem Quartier herüberschallte. Was ein Zapfenstreich für die Soldaten bedeutet, brauche ich hier wohl nicht näher zu erklären. Wer denkt nicht mit Grausen daran, der Soldat war. Dann war es still. Ich weiß nur, daß es noch dunkel war, als uns Karl am anderen Tag geweckt hat. Es sei besser noch vor dem Hellwerden aus dieser Unterkunft zu verschwinden, meinte er. Denn die Eigentümer und Feldhüter sähen es nicht gerne, wenn Fremde diese Gebäude als Übernachtungsheim benutzen würden. Außerdem wollte er sich jetzt von uns verabschieden, denn bis zum Abend möchte er wieder daheim sein. Bei dieser Eröffnung wurde es mir etwas schwer ums Gemüt. Wie gerne wäre ich wieder mit ihm heimwärts gelaufen. Aber mein Wort hatten die Kameraden und feige wollte ich auch nicht sein. Doch etwas schwer war es schon. Der Abschied ging schnell, in der Dunkelheit war Karl bald aus dem Gesichtsfeld verschwunden.

Nun war es wieder hell und wieder kam die Sonne herauf. Es ging gegen die Stadt Podersam. Von der Stadt hatten wir gar nichts bemerkt. Wir hatten sie fast umgangen. Als wir aber in der Nähe der Kaserne vorbeischlurften, da ertönte der Weckruf. Uns lief das Wasser im Munde zusammen, als der eine Kamerad meinte, jetzt wäre so ein Kaffee aus der Militärküche willkommen. Er schilderte uns den Geschmack dieses Getränkes in vielen Variationen. Er hatte bereits seine Dienstzeit abgeleistet und war als Bierbrauer einige Zeit in der Küche beschäftigt worden.

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