Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Trhačky chmele

Die Hopfenzupfer!

Unlösbar verbunden mit der Zeit, in der wir unsere Kirchweih in Schlaggenwald feierten, dürfte für viele Ortsbewohner die Hopfenpflückerzeit gewesen sein. Denn einige Wochen zuvor brachen diese auf, um das Kirwageld ein bißchen aufzubessern. Für manche vielleicht eine schöne Erinnerung daran, aber in keinem Falle eine leichte und sich bezahltmachende Arbeit.

Alle Jahre in der Mitte des Monats August brach die Partie auf. Nun ist die Partie nicht mit einer heutigen derartigen Veranstaltung zu vergleichen und unter diesem Wort so zu verstehen. Es war wirklich kein Fest und so mancher Teilnehmer oder Teilnehmerin ist vorzeitig enttäuscht nach Hause zurückgekehrt. Aber das trug sich alles in großer Stille zu. Man merkte gar nicht, daß sich einige Hausfrauen für einige Tage aus der Stadt entfernt hatten.

Einige Wochen vor Beginn der Pflückerzeit wurde durch einen Hinweis darauf aufmerksam gemacht, daß Leute für eine Reise ins Land — so nannte man die Gegend, die etwa 60—100 km von unserer Heimat entfernt war — wo der Hopfen wuchs, gesucht werden. Diese mußten sich bis zu einem bestimmten Tag gemeldet haben. Ich selbst kann mich erinnern, daß die ersten Pflücker — es war gleich nach dem ersten Weltkrieg — von Herrn Wrba angeworben wurden und geführt worden sind. Später hatte dann Frau Julie Steidl in der Bräuhausgasse die Leute in das Saazer Land gefahren und betreut, was sie eigentlich ganz vorzüglich verstanden und durchgeführt hat.

Wenn man also mit von einer derartigen Partie sein wollte, mußte man sich bei der Annahmestelle melden. Ich kann nicht sagen, wieviele Personen sich an einer Partie beteiligt haben, aber es war stets eine stattliche Anzahl Leute aus dem Ort. Es gab manche darunter, die sich auf diese Fahrt und Tätigkeit gefreut haben und alle Jahre sich bereitfanden mitzumachen. Diese haben es als eine willkommene Abwechslung empfunden, einmal billig ins Saazerland fahren zu können; denn Fahrtkosten, Verpflegung und Unterkunft wurden kostenlos gewährt. Aber es gab auch andere für die es plötzlich eine Last war, sich auf die primitiven Verhältnisse, die sie am Ankunftsort erwarteten, einzustellen und alte Gewohnheiten zu missen, auch wenn es nur für 3 Wochen war.

An einem Tag — meistens nach dem 15. August — ging die Fahrt los. Die Eisenbahn brachte die Leute bis zur Endstation und dort hat der Gutsverwalter oder wer es sonst sein mochte einige große Leiterwagen bereitgestellt, auf denen dann der restliche Weg bis zur Bleibe, die ja meistens von den Bahnlinien weit weg waren, zurückgelegt werden mußte. Was die Pflücker betraf, die diese Reise schon oftmals gemacht hatten, so gab es immer eine große Begrüßung mit den Kutschern dieser Gespanne, denn für sie waren es vertraute Gesichter, die man nach einer langen Abwesenheit wiedersah. Meistens dauerte so eine Fahrt auf den holperigen Straßen nicht sehr lange. Vor Einbruch der Dunkelheit mußte die Unterkunft erreicht sein, denn dort gab es ja noch allerlei zum Vorbereiten.

Ich kam auf eine ganz andere Weise einmal auf so einen Hopfenhof. Es war 1931 oder 1932, da hielten sich in unserem Ort 2 junge Männer auf, die aus dem Saazer Land kamen. In einer Wirtshauslaune wurde ausgemacht, sich auf die Wanderschaft zu begeben und zur Hopfenreife ins Land aufzubrechen. So haben wir uns an einem Montagmorgen nach einer ausgiebigen Zecherei auch auf den Weg gemacht. Beim Röhrkasten am Alten Markt war um 4 Uhr morgens Treffpunkt. Über Töppeles, Espentor, Richtung Buchau führte der Weg. Heute noch sehe ich den herrlichen Sonnenaufgang, als wir uns dem Töppeleser Berg näherten. Die Sonne

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