Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 137
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Botenfrau z Horního Slavkova (Schlaggenwald) – vzpomínka na paní Bräutigamovou

Auf alle Fälle wagte ich mich nicht vom Fleck zu rühren, so saß mir der Schreck und die Angst in den Gliedern. Meine Augen hatten sich in der Dunkelheit eingewöhnt.

So starrte ich in die Richtung, aus der das schlurfende Geräusch kam. Da hörte ich schon das Schnaufen. Es tauchte plötzlich vor mir auf. Fast hätte ich um Hilfe geschrien, da sagte die Stimme, die ich gut kannte: „Ja Moidl, wou kinnst en du mittn im Waold her?" Frau Bräutigam kam wiedereinmal sehr spät von ihrem Botengang zurück. Stark gebückt wankte sie daher unter der Last des vollen Buckelkorbes.

Wie froh ich war, kann nur jemand ermessen, den einmal die Angst so gepackt hat wie mich. Dann hörte ich auch feste Tritte uns entgegenkommen. Der Großvater war früher an der verabredeten Stelle und kam mir entgegen. Er hörte uns beide schon aus größerer Entfernung. Von meiner Angst und dem Fürchten habe ich ihm aber nie etwas gesagt. Er hätte mich dann nie mehr bei Dunkelheit aus dem Haus gehen lassen. Das wäre für später, als ich erwachsener war, gar nicht schön gewesen.

Denn nach Poschitze und nach Gfell zum Tanz, da wollte ich doch allein gehen, ohne den Großvater. –

Amalie Fechter

[obr] Alois Gareis mit seiner Gattin und Frau Kolb (ehem. Chorsängerin) mit Kaplan Wommes vor dem „Schützenhaus" (Pinge)

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