Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 136
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Drahá procházka po náměstí v Horním Slavkově (Schlaggenwald)

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nahmsweise früher in die Koje gelegt. Aber er war nicht mißvergnügt, als er uns wie die armen Sünder vor sich sah. Wir trugen ihm unser Mißgeschick vor. Dann zog er sich an, und unauffällig beschaute er sich den Schaden.

Um diese Zeit war mittlerweile der Uhrzeiger der Rathausuhr ganz schön weiter gerückt, und der Markt war fast menschenleer. Da wir nun unsere Sorge angebracht glaubten, waren wir sehr erleichtert und auf diesen Schreck hin auch recht durstig geworden. So kehrten wir gleich in das nächstgelegene Gasthaus ein. Damals hatte der Ott-Fleischer die Gastwirtschaft von der Frau Müller gepachtet. Bei diesem baten wir auf Pump trinken zu dürfen. Ich habe ja schon erwähnt, daß wir arbeitslos waren und uns Geldmittel immer fehlten. Herr Ott war nicht kleinlich. Er mußte uns öfter kreditieren. Es gab ja immer einmal eine Möglichkeit zu einigen Kronen zu gelangen. Für kleine Dienstleistungen bekam man sicher ein kleines Honorar, damit wurden dann sofort die Wirtshausschulden getilgt.

Vermutlich hatte ich an diesem Abend etwas tiefer in das Bierglas geschaut. Jedenfalls muß ich fest geschlafen haben, denn es war mir, als gäbe es ein heftiges Gewitter und donnere ganz gewaltig. Der Krach weckte mich auf, und schon hörte ich das Poltern an die Tür, wobei eine Stimme rief: „Aufmachen, Polizei!" Sollst du oder sollst du nicht? Der Schädel brummte mir zwar, aber nun war ich hellwach. Plötzlich fiel mir auch das gestrige Geschehen ein. Ich machte die Tür doch auf. Da stand vor mir Herr Stowasser — Stadtpolizei — und forderte mich auf, mit zur Gendarmerie zu kommen. Herr Stowasser ging in der Annahme, ich würde schon folgen. Aber es muß mich die Müdigkeit übermannt haben, auf alle Fälle bin ich wieder eingeschlafen.

Plötzlich war es mir, als würde ich in die Höhe gehoben. Jemand zerrte an meinen Armen und sagte in komischen Worten: „Aufstehen, mitkommen!" Ich traute meinen Augen nicht. Vor mir stand der Herr Karasek wie der Erzengel. Es half nun nichts mehr, ich mußte raus aus den Federn und mitkommen. Er wich nicht mehr aus dem Raum, den ich vergessen hatte nach dem Weggang von Herrn Stowasser wieder abzuschließen. Aber er führte mich nicht ab. Ich durfte vor ihm das Haus verlassen und alleine den schweren Gang tun.

Ich zerbrach mir den Kopf, warum eigentlich soviel Aufhebens von der Sache gemacht wird. Ich hatte mich sofort nach dem Geschehen gestellt und damit hätte es doch erst einmal genügt. Nun, ich sollte gleich erfahren, warum man behördlicherseits vorgegangen ist.

Herr Pribek war, nachdem wir uns getrennt hatten, nicht mehr in seine Koje zurückgekehrt, sondern ebenfalls ins Wirtshaus gegangen. Vermutlich hatte er sich dort solange die Zeit vertrieben, bis der Frühdienst für ihn begann. Dabei vergaß er eine Meldung für Herrn Erhard zu hinterlassen, der damals Postenkommandant war und somit nicht informiert war, daß der Täter ja bereits gestanden hatte.

Herr Lenk, der damals das Batageschäft führte, war wiederum überrascht, als er am anderen Morgen seinen neuen Laden inspizierte, und ihm eine so schöne Öffnung in der erst stundenalten Scheibe mit so vielen langen Strahlen entgegenleuchtete. Seine erste Reaktion war ebenfalls der Gang zur Gendarmerie.

Einige Neugierige waren ja wohl auch gleich zur Stelle und so entstand das Gerücht, das kann nur Sabotage sein. Da wir ja mehrere waren, wird wohl eine undichte Stelle in unseren Reihen dafür gesorgt haben, daß den Herren mein Name bekannt wurde, und so holte man mich eben ab. Vermutlich hatte mir mein Zögern doch aus einer großen Verlegenheit geholfen; denn während mich Herr Karasek abholte — es war ja immerhin schon nach 10 Uhr vormittags — kam auch Herr Pribek von seinem Gang zurück. Als ich nun bei Herrn Erhard eintraf, kam ebenfalls ein Mitwisser aus dem

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