14 Punkte, sein Völkerbund und schließlich die Vereinten Nationen sind Früchte jener Zeit.
Den schönsten Triumph aber erlebte sie, als ihr im Jahre 1905 der 4. Friedens-Nobel-Preis zuerkannt wurde. Es war die verdiente Anerkennung für die vielen Schriften, die sie im Dienst am Frieden verfaßt hatte, voran „Die Waffen nieder", und für ihre unermüdliche Tätigkeit in der Friedensbewegung. Die Worte des großen Erfinders, als er ihr zu ihrem Hauptwerk gratuliert hatte, hatten nun ihren realen Niederschlag gefunden: „Ihr glänzender Stil und die Hochherzigkeit ihrer Ideen werden uns weiterbringen als all unsere Höllenwerkzeuge!"
1906 reiste die Baronin nach Norwegen, um vor dem Storthing und König Hakon den obligaten Vortrag zu ihrem Thema zu halten, zu dem die Preisträger verpflichtet sind. Ein Jahr später finden wir sie wieder als Beobachterin bei der 2. Haager Friedenskonferenz, wo sie wiederum eine wesentliche Rolle spielt.
Als sie 1908 ihre Memoiren abschloß, bedeutete das nicht, daß sie, die 65-jährige, sich voll zur Ruhe setzte und ihre Energie erlahmt sei. Sie nahm weiter Anteil an der großen Bewegung bis zu ihrem letzten Atemzug. Befriedigt stellte sie aber im Schlußwort fest: „Die Bewegung ist unterdessen mehr als ein Verein geworden, sie ist zum Weltanschauungs- und Weltordnungskampf geworden.
Aus den Händen der Apostel ist sie unterdessen in die Hände der Machthaber und in die Hände der Politiker der erwachenden Demokratie gegangen. Eine neue Organisation der Welt bahnt sich an."
Und diese Überzeugung erfüllte die 71-jährige Greisin noch, als am 21. Juni 1914 in Wien der Tod seine Hand nach ihr ausstreckte.
Acht Tage später peitschten die Schüsse des Attentäters Princip in Sarajewo gegen das österreichische Thronfolgerpaar. Und das Echo dieser Schüsse wurde ein
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Neuerscheinungen des Verlagshauses Sudetenland
„Sudetendeutscher Kulturalmanach", Band 8 (1974), herausgegeben von Josef Heinrich unter Mitwirkung von Dr. Viktor Aschenbrenner, Heribert Losert und Leo Hans Mally, 176 Seiten, viele Bildtafeln. Preis DM 22,—.
Wie seine sieben Vorgänger, so hält auch der neue Band die geistig-schöpferischen Leistungen des Sudetendeutschtums, heute und in einer langen Geschlechterreihe, fest und stellt sie dar. Wer seinen Kindern und Nachkommen das kulturelle Erbe weiterreichen will, kann diese wichtige Zusammenfassung nicht entbehren.
„Fruchtbares Erbe"
20 Jahre Sudetendeutscher Kulturpreis.
160 Seiten, 48 Bildtafeln, gebunden DM 22,—.
Hier sind 120 Lebensbilder (der 20 Hauptpreisträger und der 100 Träger der Anerkennungs- und Förderpreise) zusammengefaßt und durch Wiedergabe der Lichtbilder dieser Persönlichkeiten und zahlreicher Werke der bildenden Künstler zu einer überzeugenden Darstellung der sudetendeutschn Kulturlandschaft geformt.
Das von Dr. Viktor Aschenbrenner gestaltete Werk macht ebenso sichtbar, wie reich unser kulturelles Erbe war und ist, wie es hoffen läßt, daß sich die kulturelle Schaffenskraft des Sudetendeutschtums auch in der Zukunft vielfältig und leistungsstark zeigen wird.
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