Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 135
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Jarní povídání

Frühlings-Plaudereien

Von und mit Anna Neidhart

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche . . ." — besingt der große Dichterfürst Goethe in seiner Hymne den Frühling.

Doch in diesem Jahr scheint es in der Natur anders zu sein.

Allen Wettervorhersagen zum Trotz irrten sich die Propheten. Der vorausgesagte strenge Winter blieb aus. Gerade zur richtigen Zeit, als die Ölpreise ihren Höhepunkt erreicht hatten. Jeder Tank war zur Vorsorge bis an den Rand gefüllt. — Doch dann streikte der Winter und schloß sich der allgemeinen Streikwelle an.

Sogar der Hl. Matheis streikte am 24. Feber, denn einer alten Bauernregel nach heißt es: Matheis bricht's Eis — wenn er keines findet, so macht er eins!

Auch das war Bluff! Gerade in diesen letzten Februartagen spitzten schon die weißen Schneeglöckchen aus dem frischen Erdboden.

So hätten wir also den bedrohlichen Krisenwinter beinahe geschafft. Die Märzenstürme und der launische April wird uns auch nicht umwerfen.

Es geht mit Riesenschritten auf Ostern zu.

Schüler und Lehrer freuen sich auf die Osterferien und die Kinder auf den Osterhasen. In den Schaufenstern stehen sie schon, die goldenen und silbernen Osterhasen in Riesenmassen und Dimensionen.

Unsere Kinder lernten noch in der Schule das Gedichtchen vom Osterhasen:

Beim Zuckerbäcker hinterm Glas,
da steht ein großer Osterhas'. —
Sein Rock ist braun wie der Kaffee,
die Ohren streckt er in die Höh'.

Es gibt heute nur noch wenige Kinder, die an den Osterhasen glauben. Einmal schenkte ich meinem Enkerl Gabi einen richtigen lebendigen Osterhasen. Er war kohlschwarz, weil ich keinen braunen auftreiben konnte. Die Freude des Kindes war riesengroß, als sie im Garten das Körbchen mit dem lebendigen Osterhäslein fand. Viele Jahre erfreute sich „Blaky" seines Lebens — und wenn er nicht gestorben wäre, würde er wahrscheinlich heute noch leben. Niemand hatte das Herz, ihn zu töten.

Es kommen viele schöne alte Bräuche ab mit der Zeit. Man weiß nichts mehr mit ihnen anzufangen. So, das lustige in den „April schicken". Wie oft fiel man am 1. April darauf hinein.

Am frühen Morgen, wenn der Ofen gar nicht brennen wollte, und die Küche voll Qualm und Rauch war, nur weil der Mann seine Frau in den April schickte und das Ofenrohr mit Papier verstopfte.

Welches Kind ließe sich heute noch von Erwachsenen in die Apotheke schicken, um „Zaunstecken-Samen" zu kaufen?

Im Fabriksbüro waren auch solche Marken und Helden bei der Fa. Haas u. Cjcek. So wurden ältere Herren gerne in den April geschickt. Man vertauschte das Frühstücksei gegen ein „porzellinernes" und ergötzte sich königlich, wenn der so geprellte Herr wütend in die Direktionskanzlei stürmte und mit dem Bürochef zurückkam, und dieses vermeintliche falsche Ei dann hinknallte. Doch das „porzellinerne" war längst wieder ausgetauscht . . . Es gab einen eigelben Schreibtisch, einen erstaunt blickenden Bürochef und ein langes Gesicht des Opfers.

Ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

So wären wir also wieder bei der guten alten Zeit in unserem Schlaggenwalder Städtchen angelangt.

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