XXV. Sudetendeutscher Tag 1974 in Nürnberg
20 Jahre unter Bayerns Schirmherrschaft
Liebe Landsleute,
Der XXV. Sudetendeutsche Tag trifft fast auf den Tag genau mit der 20. Wiederkehr des Volksgruppentreffens in Nürnberg zusammen, auf dem der damalige Bayerische Ministerpräsident Wilhelm Högner der sudetendeutschen Volksgruppenorganisation in Würdigung ihrer verantwortungsbewußten staatspolitischen Haltung die Schirmherrschaft des Freistaates Bayern schenkte und die Sudetendeutschen zum vierten Stamme Bayerns erklärte.
Seit diesem Zeitpunkt herrschte zwischen den jeweiligen bayerischen Staatsregierungen und der Sudetendeutschen Landsmannschaft zum beiderseitigen Nutzen ein ungetrübtes, vertrauensvolles Verhältnis.
Der Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft hatte deshalb beschlossen, den XXV. Sudetendeutschen Tag unter das Motto „20 Jahre Schirmherrschaft — Dank an Bayern" zu stellen, um die Dankbarkeit und das Vertrauen zum Schirmland zum Ausdruck zu bringen.
Die sudetendeutsche Volksgruppenorganisation hat ihre satzungsmäßig vorgezeichnete Haltung seit dem Tage, als ihr Wilhelm Högner gerade in Nürnberg in voller Kenntnis ihrer Ziele die Schirmherrschaft Bayerns verlieh, nicht geändert.
Bei ihrem immer wieder bekundeten Versöhnungswillen und ihren im europäischen Geiste bekundeten Partnerschaftsangeboten an die Adresse ihrer historischen Nachbarn mußte sie es auch energisch zurückweisen, daß sie etwa ein störender Faktor der auch von ihr gewünschten friedlichen Beziehungen zu den Völkern des Nachbarlandes sei.
Inzwischen wurde mit der Leitung der Nürnberger Messegesellschaft eine Vereinbarung über die Durchführung des XXV. Sudetendeutschen Tages getroffen. Bei dieser Gelegenheit wurde uns versichert, daß die Gesellschaft den Besuch unserer Landsleute aufrichtig begrüße und die stets ungetrübte, geradezu traditionell freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Sudetendeutschen Tages fortzusetzen gedenke. Auch die technische Zusammenarbeit mit den für die Abhaltung von Großveranstaltungen zuständigen städtischen Behörden war stets mustergültig.
Wir können deshalb die begründete Hoffnung haben, mit vereinten Kräften einen der schönsten Sudetendeutschen Tage zu gestalten.
Diese Hoffnung gründet sich vor allem auf das herrliche neue Messegelände, das in positivem Sinne keinen Vergleich mit den alten Messehallen, an die viele unserer Landsleute mit gelindem Schaudern zurückdenken, verträgt.
Auch die Großzügigkeit der neugestalteten Verkehrsverbindungen und die Anfahrts- und Parkmöglichkeiten dieses Geländes in der schönen ‚Dutzendteich-Landschaft', die Restaurants, technischen Einrichtungen (z. B. Kindergarten), die Geschlossenheit der durchgängig passierbaren großen und modernen Hallen, die auch das Kundgebungsgelände umschließen, lassen auf das bisher schönste Volksgruppentreffen hoffen.
Gerade die Bedenken, daß die Bestimmungen des Vertrages mit Prag nicht alle Gefährdungen der staatsrechtlichen Stellung unserer Landsleute ausräumen, zwingt uns Sudetendeutsche wie bisher in voller Geschlossenheit aufmerksam zu bleiben. Die unseren Landsleuten verpflichtete Aufgabe und Zielsetzung der Landsmannschaft bleibt von diesem Vertrage unberührt.
Wir rufen deshalb alle unsere Landsleute auf, Aufmerksamkeit und Geschlossenheit auf diesem XXV. Sudetendeutschen Tage durch noch größere Besucherzahlen zu bekunden und durch sie der Bayerischen Staatsregierung für den erst in neuester Zeit
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