Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 135
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Drazí krajané! – vzpomínka na masopust a báseň Chebsku

Liebe Landsleute!

Die Faschingszeit ist vorbei und so mancher unter uns Schlaggenwaldern wird mit Wehmut an das fröhliche Treiben in unseren Gasthäusern daheim gedacht und sich so mancher lustigen Ausgelassenheit erinnert haben. Aber die Zeit bleibt nicht still stehen. In wenigen Tagen feiern wir Ostern. Diese Zeit kündet uns den Frühling an und wer sehnt sich nicht nach dem warmen Sonnenschein. Gibt die Frühlingssonne uns doch wieder neue Kraft, die wir alle zur Bewältigung der Aufgaben, die auf uns zukommen, notwendig brauchen.

Der Mensch im steten Kampf mit dem heutigen Fortschritt und der Technik verbessert nicht nur seinen Lebensstil — soweit man überhaupt davon sprechen kann, daß es einen solchen Stil noch gibt — sondern zerstört auch wertvoll gewordenes Gemeingut. Nur noch wenige sind an dem Althergebrachten interessiert. Die alten Bräuche geraten langsam in Vergessenheit und werden nur noch von einzelnen Gruppen gepflegt. Und die das tun, gelten als rückschrittlich und werden abgewertet. Dabei haben doch so viele Völker durch ihr Festhalten an den alten Überlieferungen bewiesen, daß es nur einen Fortbestand gibt, wenn man die Kraft aus der Vergangenheit schöpfen kann. Viele Kulturvölker sind nur daran zugrunde gegangen, weil sie spontan dem Neuen zugetan waren.

Auch wir haben unseren Zusammenhalt (der übrigens noch immer sehr gefürchtet ist) nur unserem Festhalten an der alten Heimat zu danken. Aus dem daheim Erlebten kommt diese Kraft. Stets schweifen wir mit unseren Empfindungen in die Vergangenheit und stellen Vergleiche mit dem Damals und dem Heute an. Obwohl es vielen von uns heute materiell sehr gut geht und die Sorge um das tägliche Brot verbannt sein dürfte, so glaube ich, daß bei so manchen in einem Winkel des Herzens etwas nagt. Man spürt, es fehlt etwas. Etwas das mit Besitz und Erwerb nichts gemein hat. Es fehlt die Geborgenheit. Man ist eben in der Fremde. Trotz allen Suchens nach der Wärme spürt man die Brise, die sie abweist. Mit der Vertreibung ging leider ein großer Teil der Zusammengehörigkeit verloren. Weit verstreut in die Welt sind unsere Landsleute. Jeder freut sich, wenn er wieder ein altvertrautes Gesicht erspäht. Rührend ist die Aufnahme, wenn man plötzlich bei Landsleuten einen Besuch macht. Da spürt man, hier bist du für einige Stunden daheim. Das nagende Weh ist dann vergessen. So kommt es wohl auch, daß sich viele Landsleute der Mühe unterziehen und ihre Stimmungen in Vers- und Gedichtform an die alte Heimat niederschreiben.

Wenn mir solche zugeschickt werden, so möchte ich sie unseren Landsleuten durch den HB vermitteln. Sagen diese Gedichte doch das aus, wonach manche suchen — nach der Heimat — die viele von uns nicht mehr wiedersehen werden. Trotzdem bleibt sie uns unvergessen!

Euer Richard Brummeissl

Dem Egerland!

Ich möchte, wenn mein Leben niederbrennt
Und meine Seele sich vom Dasein trennt,
Noch einmal sagen in der letzten Nacht:
Wie du, mein Egerland, mich reich gemacht!

Von Kindheit an gabst du nur Schönes mir.
Mit ganzer Liebe wuchs ich, Land, zu dir.
Und kehrte ich aufs neu ins Leben ein,
So möcht ich wiederum dein Kind nur sein!

Und wieder möcht durch Blumen, Blut und Leid
Ich dir gehören bis zur Ewigkeit!

Margarete Pschorn

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