Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 135
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Opravdový zážitek z cesty do školy

Marktplatz in Schlaggenwald

hochspießte und die Schlichterin am Wagen es ihm von der Gabel nahm. Es lag aber über allem eine heitere Stimmung. Nur die Rufe, die dem Vieh galten, wenn es durch die Stiche der Insekten unruhig wurde, durchbrachen die Stille.

Schnell lösten sich die Zeiten ab. Bald war es Sommer und die Erntezeit war da und auch unsere Schulferien. Nun galt es feste mit auf den Feldern zu arbeiten. Nicht lange und schon tauchten vereinzelt die „Hubmannl" auf. Aber bald konnte man sie ringsum stehen sehen. Fleißig wurden jetzt die Hände geregt, um die Ernte voranzubringen. Für jeden Sonnentag wurde ein Dankgebet gesprochen. Auf einmal leuchtete die Erde nicht mehr so hell, die abgeernteten Felder lagen als braune Flecken in der Flur. Ab und zu hörte man auch schon die Dreschflegel klopfen. Man benötigte Strohbänder beim großen Drusch und die wurden aus dem schönen langen festen Kornstroh gebunden. Es gab damals keine Dreschmaschinen mit Strohpressen. Der „Göpel" tat es auch. Nun, mir lernte mein Vater, wie ich einen Dreschflegel schwingen muß. Das Handwerk war gar nicht so einfach. Man mußte genau den Takt einhalten, und der wollte mir anfangs gar nicht gelingen. Da verriet mir mein Vater wie man am besten den Takt halten kann. So erklärte er: Sind drei Drischeldrescher, so zählst du „Pfeif am Takt, Pfeif am Takt. Sind es viere, ich pfeif' am Takt, ich pfeif' am Takt. Bei Fünfen mußt du sagen: kocht's Fleisch im Tiegel und bei sechs Dreschflegelschwingern heißt es: Zech affe, Zech unte — Zech affe, Zech unte!" So habe ich es dann auch gehalten.

Als ich dann im Herbst mit meiner Schulfreundin Marie auf dem Schulheimweg das Klopfen der Dreschflegel, besser gesagt der „Drischel" vernahm, das „Zech affe und Zech unte", da setzten wir uns aufs Rangerl vom Dennlfeld und lauschten was sich die Drischeldreschenden Frauen so zu erzählen wußten. Geschwatzt wurde aber nur beim Strohwenden. War das Stroh gut durchgedroschen, wurde es ausgeschüttelt, weil jedes Körnchen aus den Ähren herausfallen mußte, dann wurden wieder Garben gebunden und vor dem Stadeltor aufgestapelt.

An Frau Dürrbach erinnere ich mich noch heute deutlich als eine der tüchtigsten Dreschflegelschwingerinnen. Wer kennt sie nicht, die immer lustige und zu Späßen aufgelegte Frau. Sie war es auch, die immer die Stadelleiter hochkletterte und die Garben auf die Tenne herunter warf. Eine andere Frau legte diese fein säuberlich in genauer Reihe auf. Dabei gab es einen ausführlichen Plausch. Frau Dürrbach machte nicht langes Federlesen, wenn sie ein menschliches Rühren packte. Da wurden die Röcke gehoben und dem Wässerchen freien Lauf gelassen, auch wenn sie dabei gleich am Pansen stand. Da die Bretter dort nicht sehr dicht zusammenlagen, so kam manches Tröpfchen davon zu den plaudernden Drischeldreschern herabgesegelt. Natürlich gab es da wiederum Proteste. So rief eine Frau ihr zu: „Du, Dürbacher, dei Stodldoch is a nimmer dicht." Prompt kam die Gegenrede von Frau Dürrbach: „Du olwera Drauoschl, häißt besser raufg'schaut, hät'st gseah wöis treppelt." So ging es hin und her unter dem Gelächter der Frauen. Männer waren da nicht oft dabei. Nur wenn am späten Abend die leeren Strohbündel weggebracht oder im Stadel wieder in den leeren Pansen gestapelt wurden, kamen sie herbei.

Nach diesem erlauschten Plausch nahmen wir unseren Schulranzen wieder auf und wieder erklang das „Zech affe und Zech unte", das uns bis zur Wohnstatt begleitete.

Noch heute lausche ich oftmals in dieser Jahreszeit nach dem Klang der Drischel, die wohl für immer der Technik gewichen sind.

Der Heimatbrief ist die Brücke zur Heimat!

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