HEITERE Heimat
Der überstandene Schmerz.
Der Polier pfeift zur Frühstückspause. Alles rennt zur Baubude, keiner will eine Minute versäumen. Ein Maurer springt etliche Sprossen von der Leiter herunter, springt auf einen Nagel und sticht sich diesen tief in die Fußsohle. Trotz des großen Schmerzes nimmt er sein Brotpackl her und fängt an zu Frühstücken. Der Schmerz nimmt ihm die Gesichtsfarbe. Da sagt ein Kollege zu ihm: „Zöih du dean Nogl asse, åffa läßt da Wäiding nouch". Da sagt der Maurer: „Bist denn du varruckt, öitza untan Frühstück!"
Kein Unterschied
Eine Tochter kommt aus dem Lyzeum heim und erzählt ihrem Vater in neunmalgescheiter Weise, daß in Indien die Männer ihre Frauen erst nach der Hochzeit kennenlernen. Da seufzt der Vater und sagt: „Möidl, dees is du ba uns genau sua."
Der Unterschied
Da Schmiedseff håut gearn öfta åmal oin mäihera trunkn. Derathålbm håut er a oft oin sitzn ghått. Dåu nimmt nan amål da Hüafla „ins Gebet" u sagt: „Schau Seff, sua gäiht dös ba diar fei niat weita. Dös is ja ba Diar schu a Krånkat."
„Jå, Jå," sågt da Seff: „A Rausch is wöi a Föiwa, nua dear Zoustånd vagäiht wieda. Owa dei(n) Zoustånd vagäiht niat. „Wöi sua?" frägt dåu da Höifl: „Wos håb ich denn füarn Zoustånd? „ Mechts da Seff: „No, bläid bist halt!"
Die Gemeinde-Kuh
Der Steffl Toni war Totengräber und wie es auf dem Dorf schon ist — die Bezahlung war schlecht. Weil aber alles teurer wurde und der Toni kein Auskommen mehr fand, nahm er sich ein Herz und sprach beim Gemeindevorsteher wegen Gehaltsaufbesserung vor. Da kam er aber an die falsche Adresse. Der Gemeindegewaltige pfauchte ihn an: „Woos — mäihera Geld wüllst håbm? Dau wiard nix draus, dees schloch Diar nua asn Kuapf! Dich håut wuhl a råuta Hund bissn! Wenn ich nua schu dös Wuart „Gehålt" häha. Wos büldest denn du üwahaupt ei(n)! Die Gmoi håut koa Göld zan Assischmeissen u derathålbm gi(b)ts nex!"
„No ja" moint dou drauf da Steffl Toni: S is hålt wöi ållawaal, füar die Klöinlait is nöi wos dåu. Ba unara Gmoi is wöi ba r an Kouheuter mit vöia Strichn. Oan gräißtn, dou hängt da Vuastäia drua, uan zweitn da Herr Pfarrer, uan drittn da Herr Lehrer u uan viertn, wos da klänst is u nuå(r) a wing blaus Wåsser kinnt, dear is füarn Gmoihirtn u füarn Toutngrawer.
Die richtige Brille.
Da Glåsa Mani kinnt ins Bod u gäiht in a ra Brüllngschäft. Ma legt nan ållahånd Brülln aff die Pudl, owa köina passt nan. Nåuch ara Waal frägt da Optika, ob ear üwahaupt lesn kua. Dou sagt da Mani: „Schäina Herr, wenn ich lesn kannt, dånn brauchet ich ja koa Brülln."
Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, 8756 Kahl am Main Siedlungsstraße 11. — Postscheckamt 1, 6 Frankfurt, Konto-Nummer 327195. — Preis je Stück 2.20 DM Satz und Druck: Buchdruckerei Emil Kolb, 8752 Dettingen/Main, Postfach 45, Telefon (06188) 5141
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