Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 134
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Městský život v šestnáctém století

Um 3 Uhr klang das Glöcklein von der Sanct Anna-Kapelle, da standen die Bergleute auf. Um 4 Uhr fuhren sie an zum Bergwerk, um 12 Uhr wurde die Schaar abgelöst von einer zweiten, welche bis zum Abend arbeitete. Nachdem das Erz in den Schmelzhütten geschmolzen war, wurden die silberglänzenden Barren nach Nürnberg und nach Holland verfrachtet, wo das Schlaggenwalder Zinn mit dem englischen in Wettbewerb trat. Der Bergmann war für jene Tage gut gelohnt. Es wurde der Kirchenbau finanziert, für alte und kranke Bergleute aus der Knappschaftskasse gesorgt. Das Bergwerk litt an Wassermangel, da wurde im Jahre 1520 der Plan entworfen, von den Königswarter Teichen auf der Glatzen Wasser zu beziehen. Ein erfahrener Techniker, Namens Rossmeissl, führte den großartigen Kanal binnen weniger Jahre aus und wurde viel gerühmt um dieses Werkes willen. Der große „Flößgraben" lieferte nicht nur die nötige Wasserkraft für die Pochmühlen und Aufbereitungswerke, auf ihm wurde auch alles Berg- und Brennholz herzugeflößt.

Noch wichtiger aber war es, einen tiefen langen Stollen (Tunnel) zu treiben, welcher aus den Bergwerken das Wasser ableiten und Frischluft hereinbringen sollte. Aber keiner wollte sich an den kostspieligen und langwierigen Bau wagen, bis eine Genossenschaft die Arbeit auf eigene Gefahr durchführte. Dafür wurde ihr eine große Zusicherung gemacht. Sie erhielt alle Erzvorkommen im Umkreis von 17 Lachter und außerdem erhielten sie von allen Bergwerken, welche durch diesen tiefen Stollen entwässert wurden, den Neunt der gesamten Erzgewinnung. Im Jahre 1539 begann die Arbeit, elf Jahre später wurde das erzreiche Gebiet in der „Hub" angefahren. Zu Ende des 16. Jahrhunderts war der Stollen mit seinen Strecken 4 Kilometer lang, 24 Schächte mündeten in denselben ein.

Die Arbeit in den Schächten wurde anfangs mit Schlägel und Meisel betrieben. Später griff man zum Feuer, damit das Gestein mürbe wurde, und so entstanden oft große Höhlungen unter der Erde. Manche brachen nieder, und es entstanden oberhalb größere trichterförmige Löcher, sogenannte „Bingen".

Die Chronik berichtet über ein solches Niederbrechen von besonderer Art:

Anno 1568 ist auf dem Huber Stock ein großes Niederbrechen des Berges geschehen. Die Leute waren damals nah bei der Hub; der Luftdruck hat etliche davon gegen die Stollenwände geworfen, daß ihnen die Knochen im Leibe angeknackt wurden. Kaspar Brusch hat zu Anfang des 17. Jahrhunderts eine ausführliche Beschreibung vom Schlaggenwalder Bergwerkbetriebe geliefert. Er schreibt u. a.:

„Es ist eine gefährliche Arbeit. Es gibt da unten so große Höhlen und Weiten, daß die größten Häuser darin stehen könnten. In den Brüchen hat man die hereinhängenden Fels- und Gesteinswände mit starken Baumstämmen unterstützt und die Bäume sind mancherorts zerdrückt, daß es mir geschaudert hat, darunter durchzukriechen. Wird das Erzgestein durch Abbrennen großer Holzfeuer mürbe gemacht, ist da ein Donnern, Krachen und Prasseln, daß der Allerbeherzteste davon erzittert, da man glaubt, die Welt bricht hinter einem zusammen. Und das hab ich von der Hub zu Schlaggenwald melden wollen."

Heiteres

Ein Menschenfresser ging mit seinem Sohn durch den Urwald. Plötzlich bekam dieser Hunger und des Weges kam eine Frau daher. Der Junge sagte: „Vater, die fressen wir jetzt". Darauf der Alte: „Die ist zu dürr, es wird schon noch eine kommen". Es dauerte nicht lange, da kam eine ganz dicke und fette Frau daher. Da rief der Junge: „Aber die fressen wir jetzt!" Der Vater sagte: „Die ist zu dick". Gleich nachher kam eine schöne, zierliche aus dem Wald. Da schrie der Sohn: „Vater, die fressen wir jetzt aber wirklich!" Da erwiderte der Vater kopfschüttelnd: „Nein, nein, die nehmen wir mit heim und fressen die Mutter".

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