Aus der „Predigt" in Goldbach (Kurzfassung)
. . . Zu den geretteten Dingen, die uns niemand wegnehmen konnte, gehören die geistigen Bilder von der Heimat: von Haus, Ort, Landschaft, den Personen vor allem.
Als Schlaggenwalder vergegenwärtigen wir uns heute einmal das Bild unserer beiden Kirchen.
Die Dekanalkirche überragte mit ihrem hohen Dach und kräftigen Turm die Stadt. Sie war unser Wahrzeichen, oft gemalt und fotografiert. Dem hl. Georg, dem Patron der Ritter und Kämpfer war sie geweiht. Die uralte Legende läßt ihn einen Drachen töten. Er symbolisiert die Tapferkeit und den Mut, mit denen der Christ dem Bösen widerstehen soll. Das Böse kommt von außen und von innen. Von außen, wenn uns irgendetwas oder irgendwer verführen will, Gott und den Mitmenschen den schuldigen Dienst zu verweigern. Es kommt von innen, wenn unsere Ichsucht oder Trägheit uns vom Rechten abbringen wollen. Da gilt es standzuhalten und mit Gottes Gnade „nein" zu sagen, auch wenn dies opfervoll ist. So spricht St. Georg zu uns.
Die Spitalkirche in der Neustadt war bescheiden, sie beanspruchte keinen besonderen Platz; ihr genügte es, mit den übrigen Bürgerhäusern in einer Front zu stehen. Sie war der hl. Anna geweiht, der Mutter der seligsten Jungfrau Maria, der Großmutter unseres Herrn. Unsere Mütter und Hausfrauen bevorzugten diese Kirche, sie war auch leichter zugänglich als die auf steilem Wege erreichbare Dekanalkirche. St. Anna ist das Vorbild der alltäglichen Pflichterfüllung, die oft übersehen wird und wenig Anerkennung findet. Und doch bestünde unsere Welt nicht ohne den Dienst Annas und ihrer unzähligen Schwestern. Sie lehrt uns, das Rechte zu tun, ohne diese Leistung an die große Glocke zu hängen. Wenn nur Gott alles kennt, was wir gewollt und gut gemeint haben, wenn nur unser Gewissen rein ist!
Der Grundsatz der preußischen Soldaten hieß: „Mehr sein als scheinen!" Die hl. Anna und alle, die ihr nachfolgen, haben diese Tugend immer gekannt und geübt. So „predigen" die beiden Kirchen, die obere und die untere, immer noch. Doch nicht so, als ob die Männer nur in St. Georg und die Frauen nur in St. Anna ihr Vorbild hätten. Beide Schutzpatrone haben allen Wichtiges zu sagen . . . "
Dr. A. K. Huber
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Ein Bezieher kündigt den Bezug des HB!
An den Herausgeber des Heimatbriefes Richard Brummeissl, Kahl am Main.
Betreffs: Kündigung.
„Ich bestelle hiermit den Heimatbrief ab, das gleiche auch im Auftrag meines Bruders, Franz P., Pfronten im Allgäu, Bahnhofplatz 194/1/11, da der Heimatbrief nach unserer Auffassung überflüssig geworden ist; zudem er im Grunde nur ein Organ von ewig Gestrigen ist, die vergessen haben, was sie selbst verschuldet haben.
(Unterschrift)
Ich möchte es meinen Landsleuten und treuen Beziehern überlassen, was sie auf eine derartige miese Einstellung zu sagen haben.
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